Bertelsmann-Studie : Das deutsche Rentensystem beutet die Familien aus

Jedes Kind bringt der staatlichen Alterssicherung ein Plus von 77.000 Euro. Doch Eltern werden dafür nicht belohnt, sondern belastet. Dabei ließe sich das mit kleinen Reformen leicht ändern. […]

Der Grund für die einseitige Belastung von Familien ist die Organisation des Rentensystems: Anders als bei einer privaten Versicherung werden die Beitragszahlungen der Versicherten nicht angespart, sondern fließen direkt an die Rentner.

Solange es genügend Nachwuchs gibt, funktioniert dieses Umlageverfahren. Doch werden heutzutage nur noch halb so viele Babys geboren wie Anfang der 60er-Jahre. Die jüngere Generation ist ein Drittel kleiner als ihre Elterngeneration. […]

Die Erziehungszeiten, die meist der Mutter bei der Rente angerechnet werden, entsprechen lediglich einem Wert von 8300 Euro – ein äußerst geringer Betrag im Vergleich zu den 77.000 Euro Gewinn, die jedes Kind durchschnittlich der Rentenkasse einbringen wird.

Weil die meisten Frauen nach der Geburt eines Kindes ihre Berufstätigkeit unterbrechen und dann oft dauerhaft verkürzen, fallen die Renten von Müttern unter dem geltenden Recht meist deutlich niedriger aus als die der kinderlosen Frauen. […]

Das Bundesverfassungsgericht hat in der Vergangenheit bereits mehrfach festgestellt, dass Familien im hiesigen Sozialsystem benachteiligt werden und Korrekturen angemahnt. […]
DIE WELT vom 17.01.2014

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