Jung, pleite, europäisch: Das Verbrechen der Versager: Die Menschen in Europa sind den Euro-Egoisten egal

Der Währungs-Wahnsinn vernichtet nicht nur Geld. Er ist auch ein Verrat an der nachfolgenden Generation: Millionen junger Menschen in Italien, Spanien und Portugal finden keine Jobs. Ein weiterer Grund, warum diese Länder den Euro aufgeben müssen.

Die Menschen in Europa sind den Euro-Egoisten egal. Das wissen wir nicht erst seit Mario Draghis geldpolitischem Amoklauf der vergangenen Woche. An jenem schwarzen Donnerstag zwang der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) die Zinsen auf unvorstellbare 0,05 Prozent herunter. Und versprach gleichzeitig, den Banken Milliarden an Schrottpapieren abzukaufen, um sie zu entlasten.

Die Zeche begleichen – wieder einmal – Sparer und Lebensversicherte. Draghi und seine Helfershelfer entwerten kaltlächelnd Werte in Billionenhöhe. Vor dem Hintergrund dieser gigantischen Geldvernichtung vergessen wir jedoch manchmal die anderen Opfer der Euro-Eiferer: die Generation der 20 bis 30-jährigen Europäer.

[…] Und was hat das mit dem Euro zu tun? Alles! Italien, Spanien und Portugal haben durch den Euro eine Währung, die sie niemals hätten bekommen dürfen und stecken seither in einem ökonomischen Zwangskorsett, das es ihnen unmöglich macht, eine eigenständige Wirtschaftspolitik zu betreiben: Denn diese Länder brauchen dringend wieder eine eigene Währung, die sie abwerten können, um wieder international wettbewerbsfähig zu werden.

Zugegeben. Das ist eine radikale Lösung. Für viele Ökonomen ist sie jedoch die einzig realistische. Auf einer Tagung der Wirtschafts-Nobelpreisträger in Lindau geißelte Professor James Mirrlees (Cambridge) gegenüber der „Welt“ die Verlogenheit der Euro-Retter: „Viele haben argumentiert, dass ein Zerfall des Euro das Bankensystem ruiniert und damit unkalkulierbar teuer wird. Sie haben vergessen, dass sie für Ihre Kalkulation auch die ökonomischen Kosten der Arbeitslosigkeit einbeziehen müssen.“

Die Kosten für den Zusammenhalt der Währungsunion dürften jedoch die Kosten eines Auseinanderbrechens bei weitem übersteigen. Und deshalb haben die Not leidenden Südeuropäer, laut Professor Christopher Sims (Princeton), nur noch eine einzige Chance: „Wenn ich Politikberater in Griechenland, Portugal oder Spanien wäre, würde ich den Staaten raten, Notfallpläne für den Ausstieg aus der Währungsunion auszuarbeiten.“
FOCUS Online vom 09.09.2014

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