Polizei zittert vor Terror und Salafisten aus Syrien

Die Gefahr islamistischer Anschläge ist so hoch wie selten zuvor. Polizei und Verfassungsschutz sind überfordert mit der wachsenden Zahl der Dschihadisten. Der Winter bereitet ihnen besondere Sorge.

[…] Beim Verfassungsschutz und der Polizei fehlt es an geschultem Personal, um insbesondere radikale Islamisten rund um die Uhr zu beobachten.

Eine fatale Situation angesichts der vielen gewaltbereiten Dschihad-Reisenden. Rund 550 Extremisten sind mittlerweile nach Syrien und in den Irak ausgereist. Viele von ihnen haben sich dort der Terrororganisation Islamischer Staat angeschlossen und wurden im Umgang mit Schusswaffen und Sprengstoff geschult.

Etwa 180 Dschihadisten sollen, teils kampferprobt, wieder zurückgekehrt sein. Wobei die Dunkelziffer um einiges höher liegen könnte. Hinzu kommen rund 7000 Salafisten bundesweit, von denen etwa 230 als gewaltbereite Gefährder gelten. „Das sind Menschen, von denen nicht auszuschließen oder sogar wahrscheinlich ist, dass sie einen Anschlag planen“, erklärte jüngst Bundesinnenminister Thomas de Maizière. „Mit Umfeld reden wir dann von über 1000 Leuten.“

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, zeigt sich angesichts dieser Zahlen besorgt. „Die abstrakte Gefährdung durch Rückkehrer und hier lebende radikale Islamisten ist als relativ hoch einzuschätzen“, sagte Wendt der „Welt“. „Ausgeschlossen ist jedoch, dass alle permanent beobachtet werden. Dazu reicht das Personal bei den Sicherheitsbehörden nicht aus.“

[…] Für eine solche 24-Stunden-Überwachung sind bis zu 25 Polizeibeamte – im Polizeijargon „Obser“ genannt – im Schichtdienst notwendig. Beim Verfassungsschutz sind es bis zu 60 Agenten pro Woche. Ein immens hoher Aufwand, der kaum noch zu leisten ist. Selbst in den großen Bundesländern können daher maximal zehn Extremisten umfassend observiert werden

[…] In Nordrhein-Westfalen, mit den großen Salafisten-Szenen in Köln, Bonn, Düsseldorf, Aachen, Wuppertal und Solingen, arbeitet die Polizei derzeit an der Grenze des Machbaren

[…] „Da laufen tickende Zeitbomben durch die Gegend“, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Arnold Plickert, der Deutschen Presse Agentur. „Die Politik sollte der Bevölkerung sagen, wer auf die Leute aufpassen soll. Wir schaffen das nicht mehr.“ […]
DIE WELT vom 16.12.2014

Siehe dazu auch diese Meldung:

Geheimdienst soll „Pegida“ beobachten

Die Anti-Islam-Gruppe „Pegida“ will wieder in vielen deutschen Städten demonstrieren. In der Politik wächst die Sorge, die Proteste könnten außer Kontrolle geraten. Der Ruf nach einem harten Durchgreifen wird lauter.

Handelsblatt vom 15.12.2014

 

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Ein Gedanke zu „Polizei zittert vor Terror und Salafisten aus Syrien

  1. webmasterviersen Autor

    Während der Verfassungschutz warnt, daß man mit der Überwachung aufgrund der wachsenden Anhängerschaft gewaltbereiter Islamisten nicht mehr nachkommt , schlägt Ralf Stegner (SPD) vor, ausgerechnet eine Gruppierung, die sich explizit GEGEN Islamismus (und, nicht, wie gerne behauptet, gegen den Islam) richtet, unter die Beobachtung des Verfassungsschutzes zu stellen.

    Falls es dann doch zu einem Anschlag in Deutschland kommt, ist der Schuldige dann ja leicht auszumachen: Die Anti-Islamisten, weil aufgrund ihrer Überwachung nun wirklich kein Personal mehr da war, um die Islamisten zu überwachen. Das verstehe, wer will.

    Antwort

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