Sprachsäuberer des Mainstreams

In politischen Strukturen, in denen Freiheit des Denkens und der Meinung mit als oberste Menschenrechte angesehen werden, wird versucht, über sprachliche Regulierung und Bereinigung vorzuschreiben, wie kommuniziert werden soll. Ausgehend von der political correctness in den USA gibt es immer obskurere Vorstellungen von der „richtigen“ Sprache, von der „richtigen“ Wortwahl in einer Demokratie. Natürlich geht Deutschland auch da vorweg.

Die deutsche Sprache soll zum Beispiel im Nachhinein von allen Ausdrücken gereinigt werden, die bestimmte Bevölkerungsgruppen wirklich oder angeblich diffamieren. Kinderbücher werden nun umgeschrieben, weil in ihnen das Wort „Neger“ enthalten ist, das nach Meinung des maßgeblichen linken Mainstreams auch im Deutschen zu einem Schimpfwort für Menschen mit afrikanischen Wurzeln geworden ist.[1] Auch das Wort „Mohr“ für die Bezeichnung eines Menschen mit dunkler Hautfarbe ist nicht mehr gelitten.

Eine Familienministerin der CDU regte Ende 2012 gar an, ob man nicht statt „der liebe Gott“ eher „das liebe Gott“ sagen sollte.[2] Hier sind wir dann schon im weiterhin tobenden Kampf um die Säuberung der deutschen Sprache von geschlechtsspezifischen Begriffen.

Den Vogel abgeschossen hat unlängst der Mitarbeiter am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität Berlin, Lann Hornscheidt, der für Wörter wie „Mitarbeiter“ oder „Professor“ geschlechtsneutrale Bezeichnungen in die deutsche Sprache einführen will: Professx (gesprochen als Professiks), Mitarbeitx (gesprochen als Mitarbeitiks).[3] Es stellt sich die berechtigte Frage, ob es Hornscheidt noch darum geht, durch eine geschlechtergerechte Sprache die Gleichstellung der Geschlechter auch sprachlich auszudrücken, oder ob hier die Sprache als Zwangsmittel benutzt werden soll, um eine neue Form der linken Utopie durchzusetzen.

[…] Hornscheidts Ansatz fußt auf der Theorie, dass erst dann eine wirklich gewaltfreie und gleiche Gesellschaft entstehen könne, wenn in ihr eine „nicht-diskriminierende“ Sprechweise durchgesetzt würde. Denn „Diskriminierungen wie Sexismus und Rassismus“ seien, so Hornscheidt, in unserer Sprache bereits eingeschrieben. Ist die Gewalt aus der Sprache entfernt, dann ist sie, so die Utopie der linken Linguisten, auch in der Gesellschaft nicht mehr vorhanden. Das ist eine mehr als fragwürdige Ansicht. […]
Geolitico com 15.01.2015

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