Die Angst vor dem Flüchtlingsansturm ist berechtigt

Fremdheit kann durchaus bereichern, aber nur, wenn sie in homöopathischen Dosen kommt. Doch der aktuelle Zuwanderungsdruck ist bei Weitem zu groß. Es wird ein böses Erwachen geben.

[…] Der innere Zusammenhalt der EU ist gefährdet, nicht nur in England. Schengenland ist abgebrannt, die deutsche Führungsrolle ähnelt unkontrollierter Flucht nach vorn. Das alles ist nur der Anfang.

[…] Was aber ist die historische Erfahrung wert? Viel und wenig zugleich. Vor allem erweist sie, dass die Menschen verschieden sind, dass sie ihre Verschiedenheit, ob groß oder klein, lieben und sie weder teilen noch abgeben wollen. Identität ist ein kostbares Gut und wird notfalls mit Klauen und Zähnen verteidigt.

[…] Alle Armuts- und Wanderungspolitik, ob in vergangenen Jahrhunderten oder heute und morgen, folgte dem Gesetz, dass zu viel des Guten sich selbst zerstört, zu wenig aber auch. Das deutsche Sozialrecht, Hartz IV oder Mietrecht ist für eine Überflussgesellschaft gemacht, der die Menschen fehlen und die sich notfalls Missbräuche leisten kann.

[…] Es kann nicht funktionieren für Menschen aus Kulturkreisen, wo Armut herrscht, die Großfamilie über alles geht und das islamische Religionsgesetz Trumpf ist. Die Ansprüche, die es befriedigt, sind leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der deutsche Sozialkontrakt hält nicht unbegrenzte Belastung aus. Neid, Missgunst, Protest, Zorn und Zerstörung sind die kollektiven Kräfte, die sich dann ihre Ausdrucksformen suchen.

Parallelmilieus sind längst im Entstehen, No-go-Areas für die Polizei der Großstädte. Die Erfahrung lehrt auch, dass Zugang zur Sprache die erste Voraussetzung des friedlich-schiedlichen Zusammenlebens ist. Die rot-grüne Aversion, Existenz und Notwendigkeit einer deutschen „Leitkultur“ (Friedrich Merz) anzuerkennen und deren ausgesprochene und unausgesprochene Voraussetzungen zu vermitteln, lässt nichts Gutes erwarten.

[…] Fremdheit kann in der Tat bereichern, je nachdem, wie viel und wie schnell sie kommt. Es gibt da aber einen „tipping point“, wenn die Angst den Willkommensgruß erstickt. Dieser Punkt aber ist immer nur im Nachhinein festzulegen, wenn es für Korrekturen längst zu spät ist.

Hunderttausende junger Männer von weither, viele traumatisiert, alle entwurzelt und, wenn sie im gelobten Land endlich ankommen, schwer enttäuscht, weil niemand ihre Hoffnungen erfüllen kann, sind nicht leicht zu integrieren: Je mehr von ihnen auf ihr vermeintliches und oft nicht tragfähiges Recht pochen, desto weniger Integration. […]
DIE WELT

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