Alternative für Deutschland: AfD-Chefin Petry sagt Demo-Auftritt mit Asyl-Hardliner Höcke ab

Eigentlich war sie fest für seine „Mittwochsdemo gegen Asylmissbrauch“ eingeplant. Doch nun sagte AfD-Chefin Petry dem Thüringer Landeschef Höcke kurzfristig ab. In einer Mitgliedermail erklärt sie, warum.

[…] In einer gemeinsam mit dem Co-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen verfassten Mitglieder-Rundmail griffen die beiden Höcke scharf an.

Petry und Meuthen erklärten dazu in der Email, die dem Handelsblatt vorliegt, dass man sich „vom derzeitigen Stil des Auftretens des thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höckes nicht vertreten“ fühle. Er sei legitimiert für den Landesverband Thüringen zu sprechen, nicht aber für die Bundespartei. Öffentliche Fernsehauftritte hätten zwar vorrangig das Ziel, neue Bevölkerungsschichten für die Ziele der AfD zu gewinnen. Es möge daher „mancher als befriedigend empfunden haben, dass das, was er schon immer mal selbst gesagt haben wollte, nun durch Björn Höcke zum Ausdruck gebracht wurde“, so Petry und Meuthen. „Das Befriedigen persönlicher Gefühle unserer eigenen Klientel, bzw. besser gesagt einer Teils derselben, ist aber gerade nicht Zweck solcher Auftritte.“

Die AfD-Chefs machten in ihrer Email deutlich, dass, um noch viele Bürger für die Politik der AfD zu gewinnen „verständliche politische Botschaften in einer klaren Sprache“ genauso wichtig seien, wie „Augenmaß, persönliche Verbindlichkeit und eine sachliche Befassung mit den anstehenden Problemen“. Dazu gehöre bei allen politischen Differenzen „auch immer der persönliche Respekt gegenüber dem politischen Gegner, selbst wenn selbiger uns zuweilen noch nicht gewährt wird“, betonten Petry und Meuthen. Sie seien daher davon überzeugt, „dass wir unsere bisher so erfolgreiche politische Arbeit in dieser sachlichen Weise fortsetzen müssen und dass wir auch in einer emotional aufgeheizten Situation eine Balance zwischen der berechtigten Sorge und Wut der Bürger und den daraus abzuleitenden politischen Aufgaben finden müssen“.

Die beiden AfD-Vorsitzenden unterstrichen, dass es ihnen „sehr ernst“ damit sei, die AfD dauerhaft als politische Kraft in Deutschland zu etablieren. An die Parteimitglieder appellierten sie daher: „Helfen Sie uns dabei, in dem wir alle durch alternative Lösungsvorschläge, verbindliches Auftreten und persönliche Glaubwürdigkeit bestechen, und überlassen wir die Bedienung von billigen Reflexen denjenigen, die mehr nicht zu bieten haben. Wir möchten uns nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich deutlich von denjenigen unterscheiden, die zu Recht im politischen Diskurs Deutschlands als Extremisten gebrandmarkt und damit ausgeschlossen sind.“ […]
Handelsblatt

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