Flüchtlingskrise: „Ängste der Deutschen werden sich verändern“

Dem Zukunftsforscher Horst Opaschowski zufolge wird sich Deutschland im Zuge der Flüchtlingswelle spürbar verändern. Auch die Richtung, in die es geht, steht für ihn schon fest: Die Fremdenangst wird schon bald alle anderen Sorgen überflügeln, sagt er im Interview

„Wir können jetzt schon nachweisen, dass sehr starke Konflikte zwischen Einheimischen, Ausländern, Christen, Muslimen befürchtet werden“, begründet der 74-jährige Gründer des Hamburger Opaschowski Instituts seine These. Als sozialer Zündstoff würden diese bereits jetzt folgenreicher eingeschätzt als die Kluft zwischen Arm und Reich: „Die Angstskala der Deutschen wird sich verändern“, so Opaschowski. mit dem Deutschlandfunk – und gibt der Politik die Schuld.

[…] Die Schuld für diese Entwicklung gibt der Forscher der Politik. Diese habe über Jahrzehnte verdrängt, dass „Armut keinen Pass benötigt, um internationale Grenzen zu überwinden“. Wenn wir das auch in Zukunft nicht beachten, so Opaschowski, „dann droht eines Tages ein Aufstand der Armen, und die Kluft zwischen Arm und Reich wird explosiv“.

Obwohl Politiker diesen Konflikt hätten kommen sehen müssen, reagieren sie auf das Erstarken ausländerfeindlicher Bewegungen seiner Ansicht nach „wie Getriebene“.

[…] Wir brauchen einen Deutschlandplan, einen Perspektivplan, der konkrete Angaben darüber macht, wie wir in Zukunft leben wollen. Eigentlich müsste ich sagen, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen.“

Dabei müsse sich die Gesellschaft „auf eine Gemeinschaft, auf Gegenseitigkeit einstellen, wo wir voneinander lernen und – gerade im Wirtschaftsbereich – voneinander profitieren können“.

[…] Nach den emanzipatorischen Umwälzungen der 68er-Generation werde sich die Gesellschaft wieder auf konservative Werte besinnen. […] „Also alles das, was vielleicht in der Zeit nach 68 nicht mehr so gefragt war, wie Fleiß, Disziplin, Pflichterfüllung, steht wieder obenan.“

Schon bei seinen aktuellen Studien zu Kindererziehung habe er verblüfft festgestellt, dass bei Eltern schon heute „Ehrlichkeit, Anstand und richtiges Benehmen“ statt Individualität oder Selbstbestimmung ganz oben in der Werteskala stünden. […]
 t-online

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