Warum ein AfD-Vorstand als Helfer in einem Flüchtlingsheim arbeitet

In diesem Jahr sind schon knapp eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen – und die Politik streitet, wie sie mit den Neuankömmlingen umgehen soll. Viele Deutsche helfen den Flüchtlingen, andere wiederum wollen die Grenzen dichtmachen. Ihre politische Heimat finden sie derzeit bei der “Alternative für Deutschland“ (AfD).

[…] Da überrascht es, dass es in der AfD auch Mitglieder gibt, die Flüchtlingen aktiv helfen. Zum Beispiel Andreas Strixner. Er ist der Landesschatzmeister und einer der Vorstände der AfD in Bayern und er sagt: „Ich will, dass die Flüchtlinge eine Perspektive bekommen.“

Auszüge aus einem Interview mit Andreas Strixner (Abschnittsreihenfolge leicht geändert)

[…] Ich bin noch nicht explizit nach meinem Engagement gefragt worden. Aber ich denke, die Hälfte der Mitglieder in der AfD-Bayern weiß das wahrscheinlich. Und ganz nebenbei: Ich bin nicht der einzige in meiner Partei, der sich für Flüchtlinge engagiert.

[…] Sicher, wenn man sich die Mitgliederstruktur der AfD anschaut, dann gibt es natürlich Leute, die würde man eher als rechts einstufen, aber nicht als rechtsradikal. Das ist ein wichtiger Unterschied. Niemand bei uns sagt, dass er „Asylanten bekämpfen“ will.

[…] Unsere Politik richtet sich ja auch nicht gegen Asylbewerber oder Flüchtlinge per se, sondern gegen die Politik, die im Moment kein Konzept hat, mit der Flüchtlingskrise umzugehen.

[…] Das Hauptproblem, das wir momentan haben ist, dass die Leute keine Perspektive haben, weil der Staat es verhindert, dass sie eine Perspektive bekommen.

[…] In unserem Flüchtlingsheim gibt es jemanden aus Afghanistan, von dem ich sicher bin, dass er abgeschoben wird. Er hat Physik studiert und einen Bachelorabschluss – aber er kommt aus Kabul. Dort soll es ja angeblich für afghanische Verhältnisse sehr sicher sein. Auch wenn es nicht unwahrscheinlich ist, dass man selbst in Kabul während eines Marktbesuchs wegen einer Autobombe in die Luft fliegt.

Noch absurder wird es nun, wenn man sich seine Qualifikationen genauer ansieht: Er lernt Deutsch, er kann Englisch und er hat eine Ausbildung, die hier durchaus gesucht wird. Was spricht denn jetzt dagegen, dass er ein Arbeitsvisum bekommt und ganz regulär ohne Asylantrag nach Deutschland einreisen darf? Das sind Perspektiven, die man den Menschen geben sollte. Aber so etwas ist ja politisch derzeit nicht gewollt und wird verhindert.

[…] Wir brauchen mehr kleine Unterkünfte und wir müssen die, die keinen Anspruch auf Asyl haben, schneller abschieben. Klassische Armutsflüchtlinge zum Beispiel. Sie sagen sich: Ein halbes Jahr Asylgeld in Deutschland ist so viel, wie ich in einem Jahr Zuhause verdiene. Ich mache ihnen da nicht einmal einen Vorwurf, dass sie nach Deutschland kommen – es ist ja menschlich. Aber es ist zum Nachteil der Afghanen, Iraker und Syrer. Die warten wegen der Überlastung der Ämter ewig, bis sie einen Asylantrag stellen können und dann warten sie noch einmal ein bis zwei Jahre, bis der Asylstatus feststeht. […]
huffingtonpost

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