Vergessen, aber nicht vorbei: Nichts ist besser in Griechenland

Ein Jahr nach einem historischen Regierungswechsel ist in Griechenland alles beim Alten geblieben: Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Wirtschaft schrumpft, eine Lösung ist nicht in Sicht. Der einzige Unterschied: Es ist kein Thema mehr.

[…] Nie war es schwieriger, das Verhalten von Wählern zu erklären. Nach der wiederholten kollektiven Psychotherapie an der Wahlurne scheinen die Griechen einfach alles hinter sich lassen zu wollen. Statt Konservative oder Sozialisten zu wählen, die für die Krise verantwortlich sind, wollen sie lieber den Linken noch eine Chance geben. Sie scheinen verstanden zu haben, dass die EU, wie sie sich in den vergangenen 15 Jahren entwickelt hat, nicht die Angleichung des Lebensstandards und Fortschritt für alle zum Ziel hat, sondern ein Mechanismus ist, der Steuervermeidung für die Reichen erleichtert und Steuererhöhungen für die Armen verhängt. Trotzdem haben sie sich entschieden, an Bord zu bleiben.

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland liegt noch immer über 25 Prozent, die Wirtschaft schrumpft weiter und für die Probleme, die das Land an den Rand des Zusammenbruchs geführt haben, ist nach wie vor keine Lösung in Sicht. Kurzum: Der Krieg ist nicht zu Ende, auch wenn aktuell keine Schlachten geschlagen werden. Das ist der Grund, warum die einzigen Nachrichten aus Griechenland jene über Flüchtlinge und ihre Qualen sind. Die Griechen und ihre Nöte sind Nachrichten von gestern – zumindest für den Moment.

n-tv.de

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