Albtraum für Sicherheitsbehörden: IS-Kämpfer als Flüchtlinge getarnt

Mangelnde Registrierung, mangelnder Datenaustausch, mangelnde Koordinierung in Europa – nach den Anschlägen von Paris und Istanbul steht fest: Einige der Attentäter kamen als Flüchtlinge nach Europa. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert.

[…] Das Chaos in der europäischen Sicherheitspolitik zeigt vor allem der Fall von Tarek Belgacem. Immerhin ist mittlerweile klar, dass er so heißt. Der Mann, der am 7. Januar im Namen des IS Polizisten in Paris mit einem Metzgerbeil angriff und dann erschossen wurde. Der 24-Jährige hatte, wie sich später herrausstellte, insgesamt 20 Identitäten in acht Ländern. Jahrelang war er durch Europa gereist und sogar einmal abgeschoben worden. Aufgefallen war er trotzdem offenbar keinem. Auch in einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen lebte der Tunesier zeitweise, da hieß er allerdings Walid Salihi und war nach eigenen Angaben Syrer. Ein sicherheitspolitischer Alptraum, weil dieser Fall große Defizite aufzeigt.So wie die Registrierung und Verteilung der mehr als eine Million Flüchtlinge in Deutschland bislang organisiert ist, gibt es jede Menge Möglichkeiten, falsche Identitäten anzugeben und abzutauchen. Die staatlichen Behörden tauschen sich offenbar nicht ausreichend aus. Die europäischen Länder stimmen sich schlecht ab.

[…] Nahost-Experte Guido Steinberg malt im ZDF-Interview ein düsteres Szenario. Er glaubt, dass der sogenannte IS bereits Einzelpersonen oder ganze Gruppen mit dem Flüchtlingsstrom nach Europa eingeschleust hat. Vor allem als im Herbst vergangenen Jahres Hunderttausende unkontrolliert und unregistriert nach Deutschland einreisen konnten.

[…] „Damit hat Deutschland in gewisser Weise auch Mitverantwortung für das, was in Paris geschehen ist, und wir müssen natürlich befürchten, dass es noch weitere Individuen oder vielleicht sogar ganze Gruppen gegeben hat, die über die Balkanroute nach Mitteleuropa eingereist sind.“

[…] Der Attentäter von Istanbul war übrigens bei seiner Registrierung als Flüchtling in Istanbul nicht allein. Vier Männer sollen ihn begleitet haben. Was aus ihnen geworden ist, die Behörden wissen es nicht.
heute-Nachrichten

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