Flüchtlingskrise: Lehrer, Polizisten & Beamte verzweifelt gesucht

Der Flüchtlingszustrom sorgt für ein Jobwunder – ein teures. Der Staat sucht nach Beamten, für Behörden, Schulen und die Polizei. Um genug Leute zu bekommen, werden Anforderungen aufgeweicht.

[…] Die Lobbyverbände überbieten sich mit Personalforderungen. Schon vor der Flüchtlingskrise habe der öffentliche Dienst 180.000 Mitarbeiter zu wenig gehabt, rechnet der Deutsche Beamtenbund (dbb) vor. „Diese Lücke hat sich mit dem Anschwellen des Flüchtlingsstroms vergrößert – nun dürften weit über 200.000 Mitarbeiter fehlen“, sagt dbb-Vize Willi Russ.

[…] Mehrere Hundert Beamte sind täglich an der Grenze zu Österreich im Sondereinsatz und fehlen in ihren Heimatdienststellen.

[…] Innenminister de Maizière hat bereits im Herbst Abhilfe versprochen: 3000 neue Planstellen bei den Polizeivollzugskräften – eine Aufstockung um rund zehn Prozent. Die neuen Kräfte allerdings müssen erst ausgebildet werden. Und das dauert. Im Frühjahr 2019 werden die ersten von ihnen ihren regulären Dienst beginnen.

[…] Gute Lehrer „wachsen nicht auf Bäumen“, hat auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière erkannt. Für eine begrenzte Zeit könne es daher nötig sein, „manche Anforderung an die berufliche Qualifikation“ abzusenken.

[…] In einem Brandbrief an den neuen Chef Frank-Jürgen Weise, der das Amt zusätzlich zu seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA) übernommen hat, klagte der Personalrat, durch die von Weise verordnete Verfahrensbeschleunigung sei ein rechtsstaatliches Verfahren nicht mehr gewährleistet.

So würden Kollegen der Bundesagentur, Praktikanten und abgeordnete Mitarbeiter anderer Behörden nach nur einer drei- bis achttägigen Einarbeitung als „Entscheider eingesetzt und angehalten, massenhaft Bescheide zu erstellen“. Weise möge doch bitte für eine „ausreichend qualifizierte Ausbildung des zum Bundesamt abgeordneten Personals Sorge tragen“, fordert der Personalrat. […]
 DIE WELT

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