Nicht wir, die Flüchtlinge müssen sich anpassen

[…] Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, legte im September letzten Jahres ein „Eckpunktepapier für eine integrative Flüchtlingspolitik in Deutschland“ vor, in dem sie einen „fundamentalen Wandel“ ankündigte. „Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein. Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden. Es liegt an uns, ob wir darin dennoch eher die Chancen sehen wollen oder die Schwierigkeiten.

Die Vorstellung, es werde demnächst nötig sein, die Grundlagen unseres Zusammenlebens „täglich neu“ auszuhandeln, mag für alle jene bedrohlich klingen, die sich bis jetzt darauf verlassen haben, dass man über vieles eben nicht mehr „verhandeln“ muss, dass es Regeln gibt, die verbindlich sind und deren Nichtbefolgung bestraft wird. Dass man Frauen nicht vergewaltigen, Kinder nicht misshandeln und Minderheiten wie Behinderte, Homosexuelle und Juden nicht wie Menschen zweiter Klasse behandeln sollte.

Es wäre beruhigend zu wissen, dass die „Veränderungen“, die unserer Gesellschaft bevorstehen, einen weiten Bogen um ein paar mühsam erkämpfte „Eckpunkte“ des gesellschaftlichen Fortschritts machen. Leider hört sich vieles, das derzeit gesagt wird und um die „Veränderungen“ kreist, die mit der Massenzuwanderung daherkommen, so an, als sollte alles zur Disposition gestellt werden und als würde der Erfolg einer „integrativen Flüchtlingspolitik“ davon abhängen, dass sich diejenigen, die bereits da sind, an diejenigen anpassen, die neu dazukommen.

Bis zu dem vermutlich ernst gemeinten Vorschlag eines Hamburger Professors, Arabisch als Pflichtfach an allen deutschen Schulen einzuführen – um uns einen „Zugang“ zur arabischen Welt zu ermöglichen und als Anerkennung, dass wir „ein Einwanderungsland und eine mehrsprachige Gesellschaft“ geworden sind. Wandel, Wandel über alles! […]
Welt

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