Geheimdienst warnt: „Dimension von 2015 könnte „noch durchaus übertroffen werden“

Wien. Dass ein Papier des Auslandsnachrichtendienstes der Republik Österreich an die Öffentlichkeit dringt, kommt äußerst selten vor. Noch seltener sind derzeit nur Lagebilder und Prognosen zum Phänomen Migration. Eine der „Presse“ vorliegende Analyse des Heeresnachrichtenamtes (HNaA) für die Bundesregierung („Strategischer Lageausblick 2016“) bricht mit beiden Erfahrungen. Der Inhalt in einem Satz lautet: Das Ausnahmejahr 2015 war erst der Anfang.

[…] Während Deutschlands Kanzlerin, Angela Merkel, auf die Kooperation mit der Türkei setzt, ist dieses Land für das HNaA „weder in der Lage noch gewillt“, die Vereinbarungen mit der EU zu erfüllen. Die Türkei ist Haupteinfallstor für den Landweg nach Europa. Dort halten sich drei Millionen Flüchtlinge auf, die wegen der Sicherheitslage in den Herkunftsländern Syrien, Afghanistan, Irak zum einen nicht zurückkehren, zum anderen nun aus der Türkei nach Europa drängen könnten.

Starken Zustrom erwartet das HNaA 2016 aus Afghanistan. Aktuell brechen dort pro Monat 80.000 Menschen nach Europa auf. Das Gesamtpotenzial für 2016 wird auf 800.000 bis 1,5 Mio. Personen geschätzt.

Von größerer Bedeutung für Europa könnte Afrika werden, dessen Migrationspotenzial das Amt wegen des Bevölkerungswachstums und der vielen regionalen Krisen als „unerschöpflich“ bezeichnet. Neben dem instabilen Libyen dürfte sich heuer vor allem Ägypten als Hafen für Schlepperboote entpuppen. Ebendort würden sich kriminelle Organisationen bereits intensiv vorbereiten.
DiePresse.com

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