Religion – Guter Islam, böser Islam

Wer sagt, Terror, Gewalt und die Unterdrückung von Frauen hätten auch mit dem Islam zu tun, gilt schnell als islamophob und fremdenfeindlich. Das schadet einer wichtigen Debatte.

[…] „Wer so tut, als ob Gewalt und Religion nichts miteinander zu tun hätten, der macht sich geradezu lächerlich“, sagte etwa Autor Navid Kermani, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, in der Zeit. „Der europäische Faschismus hatte seine Ursachen auch in der europäischen Geistesgeschichte, und ebenso hat die islamische Spielart des Faschismus Ursachen auch in der islamischen Religion – was natürlich nicht heißt, dass beides identisch ist.“

[…] Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, wie Extremisten ihr Handeln mit der Religion rechtfertigen, kann dies mittels der „Botschaften“ von Osama bin Laden und anderen Terroristen tun. Oder er kann in die Schriften von Muslimbrüdern wie Sayyid Qubt oder in das Magazin des sogenannten Islamischen Staates, Dabiq, schauen: Für jede Gewalttat, für jedes Verbrechen gegen die Menschlichkeit berufen sie sich auf Koransuren und Auslegungen des Quellenmaterials.

[…] Islamistische Fundamentalisten und Terroristen mögen mit ihrer Interpretation weit weg sein von jener der meisten Muslime weltweit – aber der Islam lässt sich vom Islamismus und dem islamistischen Terror letztlich genauso wenig abtrennen wie Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennungen und Religionskriege vom Christentum.

[…] Wer aber im Westen Islamismus und Terror mit dem Islam in Verbindung bringt, konservative Muslime kritisiert und von den Gläubigen eine deutlichere Distanz zu den Originalquellen fordert, ist in Gefahr, als „islamophob, unsozial oder sogar gefährlich“ diffamiert zu werden. Und zwar nicht nur von gläubigen Muslimen, sondern auch von vielen Linksliberalen, klagt die iranische Bürgerrechtlerin Maryam Namazie.

[…] [anderer Sprecher] Anstatt den muslimischen Aufklärerinnen und Aufklärern zur Seite zu springen, dresche die deutsche Linke seit fünfzehn Jahren auf sie ein und beschuldige sie, Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten zu liefern. […]
Süddeutsche.de

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