Kölner Silvesternacht: Viele der Übergriffe keine Sexualstraftaten

Nach der Kölner Silvesternacht meldeten sich hunderte Frauen in der Polizei, die angaben, von Männern angegrapscht worden zu sein. Viele wurden auch bestohlen. Aber anders als die Diebstähle kann die Grapscherei bisher nur sehr schwer geahndet werden – wegen einer Lücke im deutschen Sexualstrafrecht. Viele der Täter könnten deswegen straffrei ausgehen.

Nach der Kölner Silvesternacht gingen mehr als 1100 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft ein, mehr als 480 davon wegen Sexualstraftaten. Was die meisten Bürger aber nicht wissen: Die Täter, die Frauen bedrängt und begrapscht haben, können nur schwer belangt werden. Der Grund: „Angrapschen“ ist vom deutschen Sexualstrafrecht schlichtweg nicht abgedeckt. Es gibt keinen Straftatbestand „sexuelle Belästigung“. Das heißt für viele der Kölner Opfer: Sie haben wenig Aussicht darauf, eine Verurteilung der Täter wegen Sexualstraftaten zu erleben.

 [….] Ausnahme: Das Opfer wehrte sich nur deshalb nicht, weil es „Gefahr für Leib und Leben“ fürchten musste. Einfach zu sagen: „Nein, ich will das nicht“, reicht dem Gesetzgeber nicht. Oder aber: Der Täter nutzte die hilflose Lage des Opfers aus. Dafür muss das Opfer dem Täter aber „schutzlos ausgeliefert“ sein. Für die Opfer der Kölner Silvesternacht wird die „Schutzlosigkeit“ schwer nachzuweisen sein: Sie befanden sich an einem öffentlichen Ort, in einer Menschenmenge, es war Polizei vor Ort. […]
 FOCUS Online
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