Bildungssystem: Die erschreckenden Defizite junger Deutscher

Immer mehr Deutsche scheitern in Ausbildung oder Studium. Eine Studie zeigt: Die politisch gewollte Inflation der Abschlüsse wurde mit einer dramatischen Absenkung der Anforderungen erkauft.

Auf den ersten Blick ist es um die Bildung in Deutschland gut bestellt. Inzwischen haben 53 Prozent der Schulabgänger eine Studienberechtigung. Das einst elitäre Gymnasium ist zur beliebtesten Schulform avanciert.

[…] Trotz gestiegener guter Schulabschlüsse steigt die Anzahl der jungen Menschen, die gleich zu Beginn einer Berufsqualifikation in Unternehmen oder Hörsälen mit fehlenden Grundlagenkompetenzen hinsichtlich Sprache und Mathematik zu kämpfen haben“, beklagen die Bildungsexperten.

[…] Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben nur 79 Prozent derjenigen, die 2006 ein Studium aufgenommen haben, auch einen Abschluss erworben. Besonders hoch ist die Abbrecherquote in den Fächern Mathematik und den Naturwissenschaften, wo fast jeder Dritte aufgibt. In den Ingenieurwissenschaften bleibt immerhin ein Viertel der Studenten auf der Strecke.

[…] „Während der Lehrer früher in den Leistungskursen Deutsch und Mathematik mit einschlägig begabten Schülern arbeitete, die von ihm eine optimale Vorbereitung auf das Universitätsstudium erhielten, muss er sich heute an den Schwächeren orientieren“, heißt es in der Studie.

[…] Doch nicht nur der starke Zulauf zu den Gymnasien habe die Standards absinken lassen. Problematisch sei auch, dass nicht mehr der Fachunterricht die Lehrpläne dominiere, sondern das neue Leitbild des „kompetenzorientierten Unterrichts“. Komme die fachliche Bildung jedoch zu kurz, flüchteten sich die Schüler in die Geschwätzigkeit, monieren die Experten. Im gesamten Bildungssystem habe sich eine „Kultur des Durchwinkens“ von der Grundschule über das Gymnasium bis zur Universität etabliert. „Die negativen Folgen zeigten sich spätestens beim Übergang in das Berufsleben.“

[…] „Alles, was mit mühsamem Üben und Wiederholen zu tun hat, kommt zu kurz“, beklagt Meidinger. Dies liege auch an einem „Verfall der Hausaufgabenkultur“.

[…] Deutlich überdurchschnittlich ist das Risiko zu scheitern für Ausländer, von denen fast jeder Dritte hinschmeißt. Doch auch bei deutschen Auszubildenden liegt die Auflösungsquote mit 24,5 auf einem hohen Niveau.

[…] In Umfragen des DIHK bemängelten die Betriebe in den vergangenen Jahren immer häufiger eine fehlende Leistungsbereitschaft und Disziplin sowie eine zu geringe Belastbarkeit der Azubis.

 DIE WELT

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