Erfahrungsbericht eines Vermieters mit syrischen Flüchtlingen

Anmerkung: Dieser Bericht stammt von Facebook, Name und Person sind mir aus einer Diskussionsgruppe bekannt.

Moin Moin,

nun setz ich mich mal ganz ruhig hin und versuche die Situation seit Einzug der 4(5) syrischen Flüchtlinge (vor 6 Wochen) bei mir möglichst neutral wiederzugeben. Ich werde die Problemfelder wegen der Übersichtlichkeit numerisch auflisten.

Mir war schon klar das es nicht einfach wird, aber gegen die Ignoranz dieser Menschen kommt man einfach nicht an.

1. Benutzung eines Ceran-Kochfeldes:

Gleich am ersten Abend musste ich dem Mann (28) erklären, dass man auf einem Ceranfeld keine Shisha-Kohle vorglühen kann. Die Erklärung das das Ceranfeld davon kaputt geht hat er wohl verstanden, zumindest macht er das nicht mehr. Am nächsten Morgen dann stellt er ein Mocca-Gefäß mit vll. 5 cm Durchmesser auf einen 28 cm große Fläche und dreht den Herd auf 9 (höchste Stufe). Erneut erkläre ich das die Wärme „abgenommen” werden muss und das an den Rändern das Ceranfeld kaputt geht. Das hat er bis heute, trotz Übersetzer und einem „Merkblatt” welches ich in arabischer Sprache aufgehängt habe nicht kapiert. Gerade eben hat er die größte Platte wieder auf 9 und möchte Fladenbrot, welches er ca. 7 cm über der Platte mit der Hand festhält auftauen! Dass darunter ein Umluftherd ist, mit dem man das in wenigen Minuten für den Herd schadfrei auftauen kann, kommt ihm nicht in den Sinn. Jeden 2. Tag muss ich ihn oder die 3 Frauen daran erinnern das man keinen 15 cm Topf auf ein 28 cm-Feld stellt und auf 9 aufdreht.

2. Nutzung des Geschirrspülers:

Gläser, Teller, Löffel, Schüsseln und Töpfe wurden mit der Hand abgewaschen. Für ein kleines Ikea-Glas verbraucht die Frau (23) etwa 2,5 Liter Wasser. Für einen Teller nochmal 2 Liter usw… Geschätzter Verbrauch für einen „normalen” Abwasch ca. 100-120 Liter Wasser, täglich! Die Teller, Gläser etc. werden danach nass (!!!) in die Schränke sortiert. Ich habe mich dann mit den neuen Mitbewohnern hingesetzt und ihnen erklärt das sie doch bitte die Spülmaschine nutzen um täglich ca. 80-100 Liter Wasser zu sparen. Nach ca. einer Woche teilte mir die Mutter (43) von der Frau mit, dass ja die Gläser gar nicht sauber werden. Ich schaute dann mal, wie sie die Spülmaschine einräumt. Sie stellte die Gläser und Schüsseln nicht über Kopf auf das Gitter, sondern andersrum. So kann die beste Maschine die Gläser nicht sauber spülen. Habs dann erklärt und meistens haut das jetzt auch hin. Leider spülen die immer noch per Hand ab. Heute morgen waren wieder Teller und Besteck im Besteckkasten „unter Wasser”. Der Hinweis, dass es so schimmelt kommt leider nicht wirklich bei den Flüchtlingen an.

3. Mülltrennung:

Klappt bis heute nicht. Trotz eines Merkblattes des Abfallwirtschaftssystems unseres Kreises in arabischer Sprache, mit Piktogrammen. Das führte dazu das nun schon 2x der Müll/gelben Säcke vor unserer Tür stehen blieb. Es werden einfach Glasflaschen und Essensreste im Gelben Sack, Styropor und Plastik in der Papiertonne „entsorgt”! Mehrere Gespräche blieben bis heute erfolglos. Heute morgen hat die Frau mal wieder die Fruchtzwerge-Becher im Papiermüll entsorgt.

4. Nutzung der Heizung und Energiesparen im ganz Allgemeinen:

Die ersten Tage fiel mir auf, dass stundenlang alle Fenster im OG offen standen, bei einer auf Maximum aufgedrehten Heizung. Auch hier habe ich das Gespräch gesucht und erklärt das das bei einer Öl-Heizung immense Kosten verursacht. Nach ca. 3 Wochen kam ich von der Arbeit nach Hause und es standen wieder alle Fenster auf, Heizungen natürlich alle auf Maximum. Das Schönste daran, die Familie war gar nicht im Haus sondern seit Stunden in NMS. 3 Tage später fiel dann die Ölheizung aus. Der Brenner war bei dieser Dauerlast leider kaputt gegangen. Das bedeutet auch für mich, keine Heizung und kein Warmwasser mehr. Da wir 2 Öfen im Haus haben, kann man zumindest Problem 1 beheben, wenn man dann den Ofen auch befeuert. Warmes Wasser zum Waschen muss man dann eben in großen Töpfen auf dem Ofen warm machen. Gibt Schlimmeres! Ich fahre jetzt 2x die Woche in örtliche Hallenbad und dusche da.
Eine neue Heizung wird mich ca. 6000,00 Euro kosten (Da ist die KfW-Förderung schon abgezogen.)
Dass man Elektrogeräte wie TV bitte ausschalten möchte (Der Fernseher ist ca. 20 Jahre alt und frißt im Stand-by ohne Ende Strom) wird ignoriert. Auch brennt oft tagelang das Licht in allen Zimmern, auch bei Tag. Auch hier habe ich ein Merkblatt in arabischer Sprache ausgedruckt und versucht das zu besprechen. Das Merkblatt fand ich einen Tag (!!!) später im Papiermüll (immerhin das hat geklappt).

5. Mitnutzen der Wohnräume von anderen Personen:

Seit dem ersten Tag wohnen neben den 4(5) Personen immer wieder andere Menschen mit im Haus. Manchmal nur 2 oft aber auch 5 weitere Erwachsene. Nachdem hier 14 Tage lang 9 Erwachsene und ein Kind die Zimmer im OG nutzten habe ich darauf hingewiesen das 1-3 Tage Besuch OK sind, aber 2-3 Wochen nicht. Die Personen müssten dann eben Miete zahlen. Sie duschen hier, kochen und die Müllmenge ist einfach nicht mehr mit der normalen Tonne zu bewältigen. Größere Tonne = mehr Geld! Mehr Wasser = mehr Geld, usw… Trotz klarer Ansage bitte solche „Besuche” mit mir abzusprechen übernachteten die letzten Tage wieder 3-5 fremde Personen.

6. Tagesablauf:

Aufstehen: ca. 13-14:00 (da ist der Sprachkurs der Gemeinde natürlich schon vorbei!). Wenn gegen 3:00 in der Nacht endlich mal Ruhe ist kann ich mich freuen. Meist geht es länger. Besonders schlimm ist das ca. 17 Monate alte Mädchen. Ab morgens um ca. 9:00 schreit die Kleine. Niemand steht auf und kümmert sich um sie. Die ersten Wochen haben sie die Kleine einfach vor die Schlafzimmer-Tür gestellt und sie rennt weinend und nach ihrer Mutter rufend durchs Haus. Ist lustig wenn sie dann in der Küche den Gefrierschrank aufmacht und offen lässt! Lebensmittel für ca. 100,00 Euro leider unbrauchbar. Der Herd wird angedreht (alle Platten) und Schüsseln vom Tisch gerissen. Das sie dann ca. 2-3 Stunden mit voller Windel rumläuft und ihr der Po brennt und weh tut interessiert auch niemanden. Noch schlimmer wird es aber Abends/Nachts. Ab ca. 21:00 – 22:00 fängt das kleine Kind an zu schreien, weil es einfach müde ist. Niemand legt das Kind mal ins Bett und kuschelt mit ihm, oder liest mal was vor, singt ein Einschlaflied o.ä.! Der Mutter ist es wichtiger in ihr Handy zu schauen. Das kleine Mäuschen schreit dann meist bis 2:00 bzw. 3:00 so laut das ich selbst im Souterrain keine Ruhe finde. Mehrmalige Gespäche brachten kein Ergebnis. Eine Erziehung der Kleinen findet nicht statt. Sie läuft zum Beispiel mit einem Nusscreme beschmierten Fladenbrot durchs Haus und beschmiert damit Polster, Schränke, Heizungen, Wände etc. Die Mutter weigert sich mit ihrer Tochter am Tisch zusammen zu essen. Bei mir hat sie das in 4 Tagen gelernt. Sie freut sich auch immer richtig, wenn sie von mir ein Lob bekommt weil sie am Tisch gegessen hat. Sie möchte gerne mit meinen Kindern (8 und 6) zusammen essen muss dann aber die Regel „Ich esse am Tisch” einhalten. Es wäre so einfach…

Nachtrag: Gerade eben hat die Mutter der Kleinen eine volle Schüssel mit Cornflakes in die Hand gegeben. Innerhalb von wenigen Minuten war der gesamte Eingangsbereich, die Diele und die Treppe voll mit Cornflakes. Auf der Treppe waren die Flakes schon in den Teppichboden getreten. Der Aufforderung das doch bitte zu entfernen kam die Mutter fluchender Weise nicht nach!

7. Es geht auch anders:

Eine Lanze muss ich aber für die Mutter (43) und die Nichte (16) brechen. Die Nichte besucht regelmäßig die Schule und hat sich total gefreut das sie den Deutschkurs A2 mit „sehr gut” bestanden hat. Die Mutter (43) bittet mich regelmäßig ihr Lernblätter aus dem Netz auszudrucken und die Aussprache zu üben. Dabei haben wir viel Spaß und lachen uns oft über meine arabische und ihre deutsche Aussprache schlapp. Auch ein Freund vom Mann, der gleichzeitig mit ihm angekommen ist, spricht nach nun 13 Monaten Aufentalt in D sehr gut Deutsch und hat eine Arbeit in Berlin. Es gibt also auch andere Syrer die gewillt sind sich zu integrieren und bei uns Fuß zu fassen.

So, jetzt bin ich mal auf Eure Reaktionen gespannt!

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