Bamf winkt weiter Tausende Asylbewerber durch

Noch immer entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über mehrere Zehntausend Asylanträge auf Basis eines schriftlich ausgefüllten Fragebogens. Eine Einzelfallprüfung findet nicht statt. Das haben Recherchen der Nürnberger Nachrichten ergeben.

[…] Bisher hatten Innenministerium und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge immer beteuert, auch aufgrund von Sicherheitsbedenken werde seit dem 17. März über alle Asylanträge nur noch nach einer Einzelfallprüfung entschieden. Korrekt ist dies aber nicht.

Denn die Einzelfallprüfung gilt nur für Antragssteller, die vor dem 1. Januar 2016 eingereist sind und bisher keinen Asylantrag gestellt haben, bzw. für alle Asylbewerber, die nach dem 1. Januar 2016 eingereist sind. Wer vor dem 1. Januar 2016 nach Deutschland gekommen ist und vor dem 17. März schon einen Antrag gestellt hat, wird davon ausgenommen und noch per schriftlichen Verfahren entschieden.

Dabei handelt es sich nicht nur um einige wenige Fälle: […] Insgesamt werden  über bis zu 230.000 Asylanträge im schriftlichen Verfahren entschieden.

[…] Insider führen diese Zunahme an schriftlichen Entscheidungen auf den steigenden Druck zurück, der auf den Entscheidern laste. Immerhin müssen diese nach internen Vorgaben inzwischen 20 Fälle pro Woche bearbeiten – das gehe nur, wenn schnell und dann mitunter oberflächlich geprüft werde. Daher komme es immer wieder dazu, dass jemand als Syrer durchgeht, der eigentlich aus Tunesien oder Marokko stammt, sagt ein langjähriger Entscheider.

 nordbayern.de

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