Bildung oder Die gerechte Verteilung von Dummheit

Eigentlich könnte man meinen, das Bildungssystem in Deutschland hätte unter dem allgegenwärtigen Gleichheitsdogma schon genug gelitten. Und dennoch: Immer wenn man denkt, es ginge im Prinzip nicht mehr schlimmer, kommen von irgendwoher irgendwelche sogenannten „Bildungsexperten“ mit neuen bahnbrechenden Ideen, wie man das Land weiter zugrunde richten könnte.

Angesichts der vielen Zuwanderer, die 2015 nach Deutschland kamen, von denen die meisten jünger als 25 Jahre alt sein sollen, will man vor allem auf Integration durch Bildung setzen. Hierfür fordern „führende Bildungsexperten“ einen Masterplan „um die Integration der vielen Flüchtlinge und Migranten zu bewältigen“. Konzentrieren solle man sich hierbei vor allem auf die Menschen, die bleiben dürfen (wenn man sich die Abschiebezahlen in Deutschland anschaut, also so gut wie alle).

[…] Weitere bahnbrechende Ideen, die nur dem linksindoktrinierten theoretisierten Pädagogenhirn entspringen können, sind sodann neben der obligatorischen Forderung nach noch mehr Gruppenarbeiten und der schnelleren Eingliederung der Migranten in Regelklassen auch die Reduzierung von Fachwörtern vor allem in den Naturwissenschaften.

[…] Darüber hinaus dürfen natürlich auch nicht die speziellen Schulungen für das Lehrpersonal fehlen, um mit dem bunten Multi-Kulti-Schülertraum besser zurechtzukommen. Aufgabe hierbei – wie sollte es anders sein – ist nicht etwa, den Einwandererkindern unsere Gepflogenheiten näher zu bringen, sondern zuvorderst den Vorurteilen gegenüber Zuwanderern entgegenzutreten. Denn das Problem ist wie immer eher der Deutsche und seine fehlende Toleranz. Zur individuellen Förderung der Migranten sollen überdies zunehmend „Lernhelfer“ und pädagogische Assistenten eingesetzt werden. Alles natürlich vom selben Steuerzahler finanziert, der seit Jahren den maroden Zustand der Schulen und den Unterrichtsausfall aufgrund von Lehrermangel bei den eigenen Kindern vergeblich beklagt.

Zu guter Letzt soll dann auch noch der Anspruch bei der dualen Berufsausbildung so weit herabgesenkt werden, dass auch Migranten eine Ausbildung in Deutschland absolvieren können. Hierbei soll vor allem auf die ohnehin lästige Theorie verzichtet werden.

[…] Mittlerweile ist eben auch zur Politik durchgedrungen, dass in einem Land, welches über keine nennenswerten natürlichen Ressourcen verfügt, der Wohlstand nur über die Ressource Bildung erhalten werden kann. Umso erstaunlicher erscheint es da, dass man gerade diesen Sektor seit Jahrzehnten kaputtgespart und vor dem Dogma der bedingungslosen Gleichmacherei eine kontinuierliche Absenkung des Niveaus an den Schulen in Kauf genommen hat. Über 50 Prozent eines Jahrgangs machen mittlerweile Abitur. Und wenn man sich die Klagen der Lehrer und später der Uni-Dozenten anhört oder als jüngerer Mensch nur einmal schaut, mit welchen Flachpfeifen man teilweise mittlerweile Abitur macht und studiert, dann wird relativ schnell ersichtlich, dass die höhere Abschlussquote sicherlich nichts damit zu tun hat, dass alle plötzlich zu kleinen Einsteins geworden sind.

[…] Die Folge: Immer mehr hirnrissige Gruppenarbeiten, von denen jeder aus eigener Erfahrung weiß, dass diese letztlich immer darauf hinauslaufen, dass einer die Arbeit macht und der Rest zuguckt und vor allem eine Ausrichtung des Unterrichts auf das untere Ende der Schüler, was dazu führt, dass die Leistungsspitze wichtige Inhalte nicht adäquat vermittelt bekommt und sich langweilt.

[…] Wo früher die Schule selektierte, tut dies nun die Uni. Das erklärt nicht zuletzt die hohe Quote der Studienabbrecher. Mehr Abiturienten bedeuten eben nicht automatisch mehr Studenten, die einen Abschluss schaffen – nicht mal in den von Kritikern als „Laberwissenschaften“ bezeichneten Fächer.

Statt die hohe Abbrecherquote jedoch als Indikator dafür zu werten, dass bedingungslose Gleichmacherei nicht funktioniert, statt es als positives Zeichen anzusehen, dass zumindest an den Unis noch Selektion nach Leistung erfolgt und es angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels eher eine Chance darstellt, wenn nicht jeder noch ein Studium in Soziologie oder Soziale Arbeit absolviert, stört man sich an der Statistik. Und so wird die Politik auch an den Universitäten sukzessive dafür sorgen, dass auch hier künftig nicht allzu „hart“ selektiert wird.

[…] Was man dem Sozialismus auf wirtschaftlicher Ebene zurecht unterstellt, nämlich, dass er alle gleich arm macht, gilt ebenso für das Geistige. Am Ende schafft man unter dem unbedingten Credo der Gleichheit nicht mehr Bildung für alle, sondern weniger. Statt die Bildung auf mehr Menschen auszuweiten, wie man sich das in der Theorie des pädagogischen und didaktischen Firlefanz seit den 68ern vorstellt, wird das Unwissen am Ende lediglich gleichmäßiger auf die Schüler verteilt. Für ein Land, das so sehr auf die Ressource Bildung angewiesen ist wie Deutschland, eine fatale Entwicklung. […]

 Tichys Einblick

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