Umgang mit den Populisten: Die Volksparteien sollten die AfD nicht dämonisieren

Endlich, möchte man sagen. Die SPD hat ja lange genug so getan, als ginge sie diese „Alternative für Deutschland“ nichts an: ein Problem für die Union, nicht für uns. Das war wahlarithmetisch immer schon falsch und stimmte mit Blick auf die Wähler genauso wenig, die sich auch von den sozialdemokratischen Rändern zu der neuen Truppe hinbewegen. Insofern ist es überfällig, wenn Parteivize Olaf Scholz sich jetzt auf sechs Seiten Gedanken darüber macht, wie mit dieser „Partei der schlechten Laune“ umzugehen sei. Und insofern ist es auch klug, was der frühere Generalsekretär der eigenen Volkspartei rät: nicht dämonisieren, nicht pauschal zu Neonazis mit Schlips und Anzug erklären, also nicht in die Polarisierungs- und Polemisierungsfalle laufen, sondern nüchtern und selbstbewusst die inhaltlichen Positionen der AfD infrage stellen und die eigene vertreten […]

Weil sich die CDU ziemlich konsequent weigert, den Populisten den gleichen Stellenwert einzuräumen, ist seit Monaten ein Geschwisterkampf im Unionslager im Gang. Der nimmt immer neue absurde Züge an. Von Horst Seehofers „Notwehr“ über den Rohrkrepierer der Verfassungsklage gegen die Kanzlerin bis zu düster angedeuteten Drohungen mit Varianten der Kreuther Trennungsstrategie reichen die Versuche aus München, die nur ein Ziel haben: der CSU ihr Monopol auf die Partei der schlechten Laune zurückzuholen. […]
Tagesspiegel

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s