Altlasten der Öl- und Gasindustrie: Giftiger Bohrschlamm durch Fracking

Die Öl- und Gasindustrie hat ein gewaltiges Entsorgungsproblem. Giftiger Bohrschlamm aus bis zu 1400 Gruben muss in den kommenden Jahren entsorgt werden. Und wenn das umstrittene Fracking zugelassen werden sollte, könnten zu diesen Altlasten bald noch viel größere Lasten hinzukommen.

[…] Ein Problem, das in der bisherigen Debatte über die stark umstrittene Fördermethode noch gar nicht beachtet wurde, moniert der für Fracking in der SPD-Fraktion zuständige Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe: „Das Thema Bohrschlamm war bislang nicht Gegenstand der Betrachtungen.

[…] Die Berichte von WDR und NDR über 720.000 Tonnen giftiger Bohrschlämme, die aus drei alten Gruben in Niedersachsen geborgen und zum großen Teil in Nordrhein-Westfalen entsorgt wurden, haben für großes Aufsehen gesorgt. Auch für NRW-Umweltminister Remmel ist dieser Bohrschlamm ein weiterer Grund dafür, Fracking abzulehnen. Das sei schlicht die Folge von langjähriger Tätigkeit bei der Aufsuchung von Erdöl und insbesondere Erdgas – Stichwort Fracking, so Remmel. „Deshalb wollen wir auch grundsätzlich, dass keine Frackmaßnahmen mehr durchgeführt werden.“
tagesschau.de vom März 2016

Siehe dazu auch:

Entsorgung von Bohrschlamm NRW zieht die Notbremse

Nordrhein-Westfalens Umweltminister Remmel hat angesichts der Bohrschlamm-Importe aus Niedersachsen angekündigt, die Transporte stoppen zu wollen. Der WDR hatte zuvor über massenhafte Einfuhren giftigen Sondermülls nach Nordrhein-Westfalen berichtet.

tagesschau.de von 08.04.2016

Weitere 500.000 Tonnen Bohrschlämme nach NRW?

Nach WDR-Recherchen über Importe gefährlicher Bohrschlämme aus Niedersachsen nach NRW hat Umweltminister Remmel vor vier Wochen einen Importstopp angeregt. Jetzt hat er lediglich eine vage Zusage der Industrie erreicht. Und die Importe sind viel umfangreicher als angenommen.

[…] Eigentlich wollte Umweltminister Remmel die Bohrschlamm-Karawane zumindest vorübergehend stoppen. Doch er scheiterte am Widerstand der an der Sanierung der Grube Erika beteiligten Unternehmen, darunter der nordrhein-westfälische Entsorgungsgigant Remondis, der französische Erdgas-Konzern ENGIE (früher GdF Suez) und die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet.

[…] Tatsächlich werden die Importe gefährlicher Bohrschlämme in den kommenden Jahren vermutlich sogar noch erheblich zunehmen. Denn in der Gemeinsamen Erklärung, die dem WDR vorliegt, ist die Rede von zehn weiteren Gruben „mit einer eingelagerten Menge“ von insgesamt 314.000 Kubikmetern (umgerechnet rund 500.000 Tonnen), die „zur Entsorgung anstehen“ – möglicherweise wieder in NRW. Umweltminister Remmel dazu im WDR wörtlich: „Ich kann nichts abschätzen, ich kann aber auch nichts ausschließen.

[…] Und während der NRW-Umweltminister von Reduzierung spricht, fördern die Recherchen des WDR immer größere Zahlen zum Umfang des Bohrschlamm-Desasters zu Tage. So bestätigte des Landesbergamt in Niedersachsen, dass zu den eigentlichen Bohrschlämmen noch erhebliche Mengen vergiftetes Erdreich hinzukommen. […]
wder

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