Kriminologe Pfeiffer: „Migration führt immer erst mal zu einer machobedingten Kriminalität“

Seit den Silvesterübergriffen in Köln wird wieder verstärkt über „kriminelle Ausländer“ diskutiert. Auch Flüchtlinge werden schnell unter Generalverdacht gestellt, hier straffällig zu werden. t-online.de sprach dazu mit dem bekannten Kriminologen Christian Pfeiffer.

Herr Professor Pfeiffer, wird es durch den starken Flüchtlingszustrom zu mehr Straftaten kommen?

Nach den Erfahrungen mit der Flüchtlingswelle aus dem Bürgerkrieg Ex-Jugoslawiens und dem starken Zustrom von Asylbewerbern und Aussiedlern Anfang der 90er Jahre rechnen wir mit einem  Anstieg des Ladendiebstahls und anderer leichter bis mittelschwerer Straftaten. […]

Was ist dann mit der Warnung, mit den Flüchtlingen importieren wir uns Kriminalität?

Wir importieren Menschen und keine Kriminalität. Aber es gibt ein Problem mit einer importierten Machokultur. Die Mehrzahl der Flüchtlinge kommt aus Chaosländern, in denen Männer dominieren. Diktaturen sind immer Machokulturen. Und: Migration führt immer erst mal zu einer machobedingten Kriminalität. Das ist das Schicksal jedes Einwanderungslandes. Das ist  überall so, auch in den USA und Kanada.

Das klingt nach einer starken Herausforderung für uns…

Ja, das wird eine große Aufgabe, die jungen Kerle von den gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen abzubringen. […]

[…] Was macht die Integration der aktuellen Flüchtlingsströme so schwierig?

Anders als bei der Integration von türkischstämmigen Familien in der Vergangenheit geht es jetzt primär um junge Muslime, die hier in Gruppen mit anderen jungen Männern leben, in denen sich eine spezifische Dynamik entwickeln kann. Sie sind zunächst arbeitslos. Je länger ihr Aufenthalt dauert, umso mehr werden sie aber deutsche Ansprüche entwickeln, denen ganz überwiegend keine deutschen Chancen gegenüberstehen. Die sich daraus entwickelnde Frustration kann zu erheblichen Integrationsproblemen führen.

[…] Viele Polizisten klagen über illegal hier lebende Migranten aus Algerien oder Marokko, die stehlen, einbrechen oder dealen und der Polizei auf der Nase herumtanzen.

Es gibt Bereiche, in denen die Polizei die Kontrolle verloren hat. In der Tat hat sie wie am Bahnhof von Köln oder Düsseldorf unmögliche Zustände zugelassen. Sie hatte nicht die personelle Kraft für laufende Kontrollen. Die Täter wussten, das Risiko erwischt zu werden, war gering. […]
 t-online

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