Nein zu Sprechverboten – Islamkritik ist kein Rassismus

Kisslers Konter: Jede Religion darf kritisiert werden. Wer es tut, ist kein Rassist. Im Fall der Islamkritik werden jedoch oft andere Maßstäbe angelegt. So entsteht ein Schutzwall, der weder der offenen Gesellschaft noch dem Islam guttut.

Das waren harte Worte, damals, vor 16 Jahren: Die „kulturelle Gesamtbilanz“ dieser Religion sei „insgesamt verheerend“. Ihre „sieben Geburtsfehler“ habe diese monotheistische Weltreligion nie ablegen können, sie laste „als Ideologie, Tradition und Institution als Fluch auf unserer Zivilisation“. Man könne dieser weltumspannenden Religion nur zur „Selbstaufgabe“ raten, das wäre ihr „letzter segensreicher Dienst“. Möge sie also, hoffte der Autor damals, endlich in Frieden ruhen und uns nicht länger mit ihren menschenverachtenden, intoleranten, Angst und Schrecken schürenden, Mord und Blutbad legitimierenden Lehren das Leben vergällen. Einmal reichte es.

Wie erging es dem Autor hernach? Musste der Philosoph Herbert Schnädelbach um seine Sicherheit fürchten, wurde er des Rassismus geziehen? Nein. Sein Zeit-Artikel, der im Mai 2000 Wellen schlug, hieß nicht „Der Fluch des Islam“, sondern „Der Fluch des Christentums“. Er wurde gesittet aufgenommen. Natürlich gab es scharfes Kontra ebenso wie begeisterten Applaus, endlich bekomme das Christentum seine Quittung präsentiert. Niemand aber verfiel damals auf die Idee, in dem Essay ein rassistisches Machwerk, in dem Philosophen einen Rassisten und in der Zeit ein christophobes Hassorgan zu sehen. All das wäre auch absurd gewesen.

Wie anders verhält es sich doch derzeit in Ansehung des Islam. Wer sich über diese ihrerseits weltumspannende Formation aus Weltanschauung, Religion und Rechtslehre kritisch äußert, wird immer häufiger und gerne umstandslos des Rassismus bezichtigt. So erklärte jüngst in der Talkshow „Anne Will“ die Soziologin Bilgin Ayatan: Die Tatsache, dass man in Deutschland „über Islamkritik sprechen darf“, sei „eigentlich immer eine Verschleierung von rassistischen Denkmustern“.

Manchmal ist die Rede vom „antimuslimischen Rassismus“, einer besonderen Erscheinungsform sogenannter Islamophobie. Dabei gilt für den Islam wie auch für das Christentum das Faktum, dass es sich um keine Rasse, keine Ethnie handelt, ja deren programmatischer Gegenentwurf sein will.

[…] Islamkritik ist Menschenrecht, heute vielleicht sogar Menschenpflicht. So wie die Geschichte des Christentums die Geschichte der Christentumskritik ist und der christlichen Kritik eben dieser Kritik, kann der Islam nur dann zum Gedeihen der Menschheitsfamilie beitragen, wenn er schroffe, scharfe, selbst ungerechte Kritik akzeptiert. […]
 Cicero

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