Islam-Gebote stehen über dem Gesetz, findet fast die Hälfte

Jeder dritte Türkischstämmige in Deutschland hat eine positive Vorstellung von den Zeiten Mohammeds. Die junge Generation hält kulturelle Anpassung für weniger wichtig als die Älteren.

[…]

Es ist eine der bisher umfassendsten Befragungen türkischstämmiger Einwanderer über Integration und Religiosität, die das Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster nun vorgelegt hat. Das Ergebnis der Studie „Integration und Religion aus der Sicht von Türkeistämmigen in Deutschland“ gibt Anlass zur Hoffnung wie zu großer Sorge. Die wichtigsten Befunde der Studie zur größten Migrantengruppe in Deutschland:

1. Religionsgebote vielen wichtiger als Gesetze ds Staates

Islamisch-fundamentalistische Einstellungen sind unter Einwanderern aus der Türkei weit verbreitet. Der Aussage „Muslime sollten die Rückkehr zu einer Gesellschaftsordnung wie zu Zeiten des Propheten Mohammeds anstreben“, stimmen laut der Emnid-Umfrage 32 Prozent der Befragten „stark“ oder „eher“ zu. Auch wenn vorausgesetzt werden, dass vielen Befragten nähere Kenntnisse der soziokulturellen Bedingungen des siebten Jahrhunderts fehlen: Ein Drittel der türkischen Migranten hegt demnach eine Sehnsucht nach einer archaisch islamisch geprägten Gesellschaft.

[…] 83 Prozent der Zuwanderer und ihrer Nachkommen erklären, es mache sie wütend, wenn nach einem Terroranschlag als Erstes Muslime verdächtigt werden. Drei Viertel plädieren für ein Verbot von Büchern und Filmen, die die Gefühle tief religiöser Menschen verletzen. Zwei Drittel der Befragten denken, der Islam passe durchaus in die westliche Welt. Im Kontrast dazu meinen 73 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland das Gegenteil.

[…] Der Aussage „Die Bedrohung des Islam durch die westliche Welt rechtfertigt, dass Muslime sich mit Gewalt verteidigen“, stimmt jeder fünfte Befragte stark oder eher zu. Doch: Die gewaltsame Verbreitung und Durchsetzung des Islam halten nur etwa sieben Prozent für gerechtfertigt. […]

4. Jüngere grenzen sich von deutscher Kultur stärker ab

Die Studie stellt durchaus fest, dass die zweite und dritte Generation im Vergleich zur ersten Generation besser integriert ist: So hat sich der Anteil der türkischen Migranten ohne Schulabschluss von 40 in der ersten Generation auf 13 Prozent bei den jüngeren Migranten mehr als halbiert und der Anteil derjenigen mit – selbst bekundeten – zumindest guten Deutschkenntnissen von 47 auf 94 Prozent verdoppelt. Die Jüngeren haben folglich auch weit mehr Kontakt zu Menschen deutscher Herkunft.

Bei der Frage nach der kulturellen Anpassung an die deutsche Mehrheitsgesellschaft ergibt sich freilich ein anderes Bild: 72 Prozent der älteren Generation halten diese für notwendig, allerdings nur 52 Prozent der jüngeren. […]

Auffallend ist, dass sich eine bemerkenswerte Zahl von Befragten keine Meinung bildet oder diese nicht kundtun möchte (24 Prozent); dieses Phänomen zeigt sich besonders stark bei der Frage nach der Haltung zu Juden, auf die 30 Prozent keine Antwort geben. Der Anteil derer mit offen negativer Einstellung liegt bei 21 Prozent. […]
Welt

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