«Wir dürfen nicht paranoid werden»

Laut Kriminalpsychologe Jens Hoffmann ändert sich die Bedrohungslage. Er sieht darin eine Strategie des IS.

[…] Durch die Medienberichterstattung übt jede Tat eine Attraktivität auf Menschen aus, die für solches Handeln emp­fänglich sind. Der Nizza-Täter war plötzlich weltbekannt, der IS feierte ihn als seinen Soldaten. Das sind attraktive Aussichten für Nachahmer. Da spielen wir als Gesellschaft dem IS in die Hände, ­indem wir solche Nachahmungen durch unsere öffentliche Beileidsbekundung und ­Empörung ankurbeln.

[…] In Studien ist belegt, dass der Effekt der Nachahmung deutlich geringer ausfällt, wenn der Täter möglichst anonym und nicht greifbar bleibt, das heisst: keine Namen nennen und Gesichter höchstens verpixelt zeigen.

[…] Nach der Attacke in Nizza sprach die französische Regierung bald einmal von einem terroristischen Akt des IS, ohne dass konkrete Beweise oder ein Bekenntnis vorlagen. Früher hätte man hier vielleicht von Amok gesprochen. Das zeigt, dass wir inzwischen sehr darauf konditioniert sind, dass grosse Gewalttaten im Zusammenhang mit dem IS stehen.

[…] So ist es nachvollziehbar, wenn man sich nun bedroht fühlt, wenn einer mit Axt den Zug betritt. Aber wir dürfen nicht paranoid werden. Es hilft, wenn man hingeht und höflich fragt, was es damit auf sich hat. Das habe ich sicher schon zwei-, dreimal gemacht.
 Tagesanzeiger

 

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