Auf unsere Kinder wartet die 7,7-Billionen-Euro-Lücke

Die deutsche Gesamtverschuldung beträgt 6,2 Billionen Euro. Finanzökonom Bernd Raffelhüschen rechnet vor, dass die Flüchtlingswelle dieses Finanzloch um bis zu 1,5 Billionen Euro vergrößern kann.

[…] Deutschland erlebt derzeit den längsten Aufschwung seit den Sechzigerjahren. Die Beschäftigung hat ein Allzeithoch erreicht, entsprechend vermelden auch Fiskus und Sozialversicherungen Rekordeinnahmen. Der anhaltende Boom schlägt sich positiv auf die staatliche Finanzlage nieder. Und so sinkt ganz ohne Einsparungen und trotz neuer Sozialleistungen der Schuldenstand, wie die aktuelle Generationenbilanz zeigt, die der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen im Auftrag der Stiftung Marktwirtschaft erstellt hat.

Doch dieser erfreuliche Trend verkehrt sich ins Gegenteil, wenn die langfristigen Kosten der Flüchtlingswelle von 2015 einbezogen werden. Denn diese belaufen sich nach Raffelhüschens Berechnungen auf rund 878 Milliarden Euro.

[…] Sollte auch die zweite Generation nicht ähnlich gut in den integriert sein wie der einheimische Nachwuchs, drohe sogar ein Anstieg der Kosten auf bis zu 1,5 Billionen Euro.

[…] Die Generationenbilanz gibt ein Bild davon, wie hoch die tatsächliche Verschuldung Deutschlands ist. „Der Staat weist nur ein Drittel der Schulden aus“, monierte Raffelhüschen. Die offizielle Staatsverschuldung liegt derzeit bei knapp 75 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Knapp doppelt so hoch ist jedoch die in den Sozialversicherungen versteckte Verschuldung.

[…] Die Gesamtverschuldung beträgt mit 6,2 Billionen Euro mehr als das Zweifache der gesamten Wirtschaftsleistung. Raffelhüschen kritisierte, dass die Bundesregierung die gute Konjunkturlage nicht genutzt habe, um den Haushalt mutiger zu konsolidieren, sondern stattdessen nach dem teuren Rentenpaket auch noch die Ausweitung der Pflegeleistungen auf den Weg gebracht habe. Neben der Pflege- und der Rentenversicherung sind auch die Krankenversicherung und die Beamtenpensionen nicht nachhaltig finanziert.
Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 2,1 Millionen Migranten mehr Zuwanderer ins Land als jemals zuvor. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Flüchtlinge. Die Stiftung Marktwirtschaft widerspricht vehement der These, Deutschland profitiere von dem starken Andrang an Schutzsuchenden.

Auch bei den schon hier lebenden Ausländern ist die fiskalische Bilanz nach Raffelhüschens Berechnungen für den Staat negativ.
[…] Der Ökonom betont, dass eine gesteuerte Zuwanderung durchaus helfen würde, Deutschlands große demografische Probleme zu lösen. „Denn Kinder und Hochqualifizierte können wir gar nicht genug bekommen.“
[…] Das Wohlstandsgefälle zwischen Afrika und Europa sei so groß, dass bei offenen Grenzen eine riesige Armutswanderung unvermeidbar wäre. Man müsse sich deshalb entscheiden. Entweder die Deutschen hielten weiterhin an ihrem Wohlfahrtsstaat mit starken Umverteilungselementen fest. Dann müsste man die Grenzen schließen. „Oder Deutschland übernimmt das Modell der Vereinigten Staaten, das keine Sozialleistungen für Zuwanderer vorsieht.“
 WELT

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s