Das hat nichts mit dem Islam zu tun?

Ein auf facebook veröffentlicher Beitrag von Hamed Abdel-Samad, ägyptisch-deutscherPolitikwissenschaftler und Publizist.

Mohammed, der Attentäter von Ansbach wurde eigentlich nie in einer Moschee gesichtet. Der Zug-Attentäter von Würzburg hat sich selbst radikalisiert. Und der Messerstecher aus Reutlingen hatte keine religiösen Motive. Und die meisten IS-Kämpfer können den Koran nicht richtig lesen. Soll das die Bevölkerung beruhigen? Im Gegenteil. Das vermittelt den Eindruck, dass nicht nur Salafisten mit langen Bärten unter Verdacht stehen sollten, sondern praktisch alle, die aus diesem Kulturkreis stammen, denn sie könnten über Nacht zu Terroristen werden. Das ist natürlich Unfug. Das ist auch gefährlich. Aber indem man den Islam einen Persilschein geben will, erreicht man dass die Skepsis gegen alle Muslime steigt, auch die die mit der Religion wenig zu tun haben.

Will man differenzieren? Dann muss man sich mit folgender Frage konfrontieren: Es gibt viele Flüchtlinge, die nicht Muslime sind. Jesiden und Christen sind auch traumatisiert und sie erleiden die gleichen Probleme in Asylunterkünften und sogar mehr. Denn auch dort werden sie von manchen muslimischen Asylanten bedrängt, angefeindet und geschlagen. Warum greifen sie dann nicht zum Axt oder zum Sprengsatz?
Auch wenn der Islam nicht für alles verantwortlich gemacht werden kann, muss man sich fragen, warum so viele Terroristen und Gewalttäter aus dem muslimischen Kulturkreis stammen?

  • Ist es die Haltung in den islamischen Ländern, die Gewalt als Mittel der Politik zu akzeptieren? Was sagt dann der Islam dazu?
  • Ist es die Erziehung, die auf Angst vor der Hölle und vor der Strafe basiert ist und somit unsichere Individuen produziert, die leicht lenkbar sind? Was sagt der Koran dazu?
  • Ist es die Gewalt in der Familie und das das Kind sieht wie sein Vater die Mutter schlägt und sich daran gewöhnt, dass Gewalt eine übliche Mittel zur Konfliktlösung ist? Was sagt der Koran dazu?
  • Ist es die Bildung, die Kultfiguren verherrlicht, Zweifel und kritisches Denken untersagt? Was sagt der Koran dazu?
  • Ist es die Kultur des Fatalismus, die die Gesellschaften unproduktiv macht und somit die wirtschaftliche Grundlage dieser Länder ruiniert? Welchen Beitrag leistet der Islam dazu?
  • Ist es die Kultur des Todes, die das irdische Leben als nur ein Spiel betrachtet und nur dem Märtyrer ein Freiticket zum Paradies gibt? Was sagt der Koran dazu?
  • Ist es die Vorstellung, dass die die Ungläubigen unrein und schlimmer als die Tiere sind und dass die Gläubigen sie enthaupten sollen wenn sie auf sie treffen? Was sagt der Koran dazu?

Man muss den Koran nicht gut kennen oder fünf mal am Tag beten, um diese Haltungen zu verinnerlichen. Der Terror hat mehrere Zutaten. Die meisten von ihnen haben mit dem Islam direkt und indirekt zu tun. Und diese Mischung ist: Entmenschlichung der Anderen aufgrund ihres Glaubens oder Nichtglaubens + Verachtung für das eigene Leben und für das Leben insgesamt + Die Vorstellung dass Gott sich freut wenn Ungläubige bluten und dass der Tod die einzige Garantie für die Erlösung des Täter sei + Zugang zu Waffen!

Und trotzdem gibt es Leute, die immer wieder die Frage stellen, was der Terror wohl mit dem Islam zu tun habe!

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