Linksextreme Gewalt in Deutschland: Immer brutaler

Extremistische Gewalt in Deutschland nimmt zu, meist jedoch gerät nur die politisch motivierte Kriminalität der Rechten in den Blick. Ist die Öffentlichkeit auf dem linken Auge blind?

[…] Die Bundesrepublik fühlt, auch wo ihre Bürger anders wählen, mehrheitlich sozialdemokratisch. Den meisten Deutschen ist, solange sie diese nicht selber erleiden, linke Gewalt sympathischer als rechte, denn sie assoziieren mit der Linken eine Robin-Hood-Gesinnung, mit der Rechten Chauvinismus. Misst also das Gros der Kommentatoren in Medien und Politik, misst die Öffentlichkeit mit zweierlei Mass?

Für die Rechtspopulisten von Pegida und die Nationalkonservativen der Alternative für Deutschland (AfD) hat sich die Frage längst beantwortet: Die «Lügenpresse» und das politische Establishment sind auf dem linken Auge blind. Die AfD muss feststellen, dass das Ausmass ihrer Drangsalierung durch Linksautonome, Antifa und Anarchos unerträglich ist, dies aber ausserhalb des eigenen Lagers kaum jemanden interessiert.

Der Bericht des deutschen Verfassungsschutzes für 2015 verzeichnet einen sprunghaften Anstieg politisch motivierter Straftaten. Zahlen für 2016 liegen noch nicht vor, eine Tendenz dürfte sich indessen auch in diesem Jahr fortschreiben: Links wie rechts nimmt die Brutalität an Intensität zu. Überraschen muss, wie dicht die linksextreme Gewalt zur rechtsextremen aufgeschlossen hat.

[…] Das Denkmuster indes, wonach der Eruption linker Gewalt immer eine Repression oder ein rechter Gewaltakt vorausgeht, ist in den Köpfen fest verankert. Brennt, wie jüngst in Leipzig, das Auto von Frauke Petry, heisst es auf der Internet-Plattform «linksunten.indymedia» prompt, das sei bloss die Quittung für eine «geistige Brandstifterin».  […]

Pardon wird nicht gegeben, und die Toleranz gegenüber Minderheiten, auf die man so stolz ist, bleibt reserviert für Gesinnungsgenossen. Die Opfer linksextremer Gewalt hingegen sind in dieser Perspektive vor allem immer eins: selber schuld.
 nzz

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