Kriminalstatistik führt Taten aus Silvesternacht nicht auf

Die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht werden offenbar nicht in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2015/2016 aufgeführt werden. „Bei der überwiegenden Anzahl der Taten der Silvesternacht in Köln handelte es sich strafrechtlich um Taschendiebstähle und Beleidigungen auf sexueller Grundlage. Beide Delikte sind statistisch keine sogenannten Opferdelikte“, schreibt Innenminister Ralf Jäger (SPD) in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage der CDU-Landtagabgeordneten Ina Scharrenbach. […]

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Ich würde gerne mehr zu diesem Artikel bringen, der ursprünglich in de Rheinischen Post erschienen ist. Aber leider wurder er aus unerfindlichen Gründen aus dem Netz genommen. Nach meiner Recherche berichtet zu diesem Zeitpunkt keine andere Zeitung über den Sachverhalt. 

Dazu Ina Scharrenbach auf ihrer Abgeordneten-Seite:

„Jeder Bürger hätte erwartet, dass die Statistik im Januar 2016 die Zahlen der Silvesternacht widerspiegelt. Falsch gedacht. Der Minister teilte lapidar mit, dass die Silvesterdelikte erst im April 2016 und Juni 2016 in der Statistik erscheinen, weil die Verfahren erst da an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurden. Die polizeiliche Statistik ist also nichts mehr als ein Arbeitsnachweis der Polizei selbst. Mit Transparenz für den Bürger, der wissen will, was, wann, wo und wieviel  passiert ist, hat das nichts zu tun.“

Ina Scharrenbach: „Es geht also nicht um Delikte und Opfer, sondern um einen Tätigkeitsnachweis der Polizei. Außerdem erscheint die Silvesternacht mit mehr als 1.000 Delikten dann nicht mehr so schlimm, wenn man sie über mehrere Monate verteilt bekanntgibt. Wer jetzt schon sprachlos ist, sollte seinen Atem sparen, weil die Antwort auf die nächste Frage einem tatsächlich die Sprache verschlagen kann. Die Frage an den Minister nach der Entwicklung der Taten gegen Mädchen und Frauen im öffentlichen Raum wird damit abgetan, dass es statistisch den öffentlichen Raum, gerade aber der interessiert ja wohl den Bürger, gar nicht gibt. Ebenso sind die Delikte aus der Nacht nicht so schwerwiegend, dass besondere Daten über die Opfer erfasst wurden.

Fertig, so einfach kann die statistische und die Welt eines Ministers sein. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Großzügig im Umgang mit Fakten, wie der Minister, kann man also sagen, dass die Opfer aus der Silvesternacht von Köln statistisch und aus Sicht des Ministers gesehen nicht Opfer genug waren. Das ist an Zynismus nicht zu überbieten. Fast 300 Tage oder um im Gegensatz zum Minister exakt zu sein, 287 Tage liegen die Vorkommnisse in Köln zurück, die die Republik erschütterten. Bis heute hat sich der Minister nicht einmal darum gekümmert, genauere Hintergrundinformationen zu den Deliktsbereichen zu bekommen.“ […]
Homepage der CDU-Abgeordneten Ina Scharrenbach

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