Prozess in Köln: Mehdi E.-B. hat Straftaten quer durch NRW begangen

Vom Vorwurf der sexuellen Belästigung in der Silvesternacht war ein 20-jähriger Intensivtäter im September vor dem Kölner Amtsgericht freigesprochen worden. Weil er gegen ein anderes Urteil Berufung eingelegt hatte, war er nun wieder vor Gericht.

[…] Der 20-Jährige war im September vor dem Kölner Amtsgericht wegen Drogenbesitzes, diverser Ladendiebstähle und Schwarzfahrens zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil hat der gebürtige Marokkaner angefochten. In Handschellen wird er in den Saal des Landgerichts geführt. Auf Nachfrage der Vorsitzenden stellt sich heraus, dass es Ärger gab mit den Justizbeamten, die ihm nicht gestatten wollten, sein Feuerzeug zu behalten. „Er hat rumgeschrien, es fehlte an Respekt“, sagt einer der Beamten.

Anfang Januar war er bereits wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, beging aber drei Tage nach seiner Entlassung die nächste Tat, einige weitere folgten, oft lag keine Woche dazwischen.

[…] Mehdi E.-B. hat unter zwei unterschiedlichen Namen Asylanträge gestellt, er hat sämtliche Hilfestellungen „mit Füßen getreten“, wie sie sagt. Das bestätigt ein Vertreter der Jugendgerichtshilfe. Mehdi E.-B. habe quer durch Nordrhein-Westfalen Straftaten begangen, seit er in Deutschland sei, so die Richterin. Sie hat auch noch zwei weitere Verfahren aus Essen und Dortmund auf dem Tisch, die gegen den Angeklagten laufen. Eine Asylunterkunft in Würselen hatte der 20-Jährige verlassen müssen, weil er einen Mitbewohner mit einem Messer bedroht hatte und unerlaubterweise in die Zimmer der Frauen gegangen war.

[…] Nach kurzer Beratung sagt die Richterin: „Wir halten das Urteil für richtig.“ Nach wie vor sehe sie schädliche Neigungen beim Angeklagten. „Sie haben auch nach der letzten Hafterfahrung munter weitergemacht – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.“ Und das, obwohl Mehdi E.-B. gerade einmal ein halbes Jahr in Deutschland sei. „So geht es einfach nicht.“

Anwalt Scholz spricht mit dem 20-Jährigen und sagt: „Schweren Herzens nehme ich im Namen meines Mandanten die Berufung zurück.“ In drei Tagen kommt Mehdi E.-B. ohnehin auf freien Fuß.
 RP-online

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