Frank Kawelovski: ‚Die Polizei schönt die Einbruchs-Statistik‘

Ein Kriminalexperte erhebt schwere Vorwürfe gegen die NRW-Polizei. Bei der Einbruchskriminalität würden die Zahlen geschönt, um eine bessere Aufklärungsquote zu bekommen, sagt der Polizeiwissenschaftler und Kriminologe Frank Kawelovski.

[…] So würden einem festgenommenen Einbrecher mitunter bis zu 30 weitere Taten aus dem regionalen und zeitlichen Umfeld zugerechnet und mithin auch diese Fälle als „aufgeklärt“ deklariert. Diese Einschätzung bestätigte auch ein ranghoher Einbruchs-Ermittler unserer Redaktion. „Es ist so, dass wir einem Täter, den wir erwischt haben, mehrere Fälle zuordnen, obwohl wir nicht genau wissen, ob er sie begangen hat“, sagte der Polizist. „Für uns gelten diese Fälle dann als aufgeklärt.“ Dieses Vorgehen sei nicht gesetzeswidrig, denn von Amts wegen hätten die Polizisten großen Ermessensspielraum.

[…] Als Grund für die „geschönten“ Statistiken nannte Kawelovski den Druck, unter den manche Polizeibehörde mit niedrigen Quoten gerate. Auf die Frage, wer in NRW den Druck ausübe, sagte er: „Das kommt aus dem Ministerium.“ […]

[…] Der NRW-Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Erich Rettinghaus, forderte bundesweit einheitliche Standards für die Anfertigung der Statistiken. „Bislang ist es so, dass zum Beispiel manche Länder die Einbruchsversuche rausnehmen, während andere diese mit einberechnen. Darum sind die Statistiken kaum vergleichbar.“ […]
 rp-online

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