Gender-Deutsch an Unis: Professx trifft Student*innen

Politisch korrekt oder unsäglich? Sogenanntes Gender-Deutsch treibt Befürworter und Gegner auf die Barrikaden. Der Ton an den Unis wird rauher.

Nicht nur in der Wirtschaft, auch an deutschen Hochschulen gibt es mittlerweile regelmäßige Mitarbeitergespräche. Wenn es nach der Gleichstellungsbeauftragten der Universität zu Köln geht, sollten diese aber anders genannt werden. In einem Grundsatzpapier mit dem Titel „ÜberzeuGENDERe Sprache“, das auf ihrer Homepage steht, schlägt die Sozialpädagogin Annelene Gäckle folgende Alternativen vor: „Mitarbeitendengespräche, MitarbeiterInnengespräche, Mitarbeiter/innengespräche, Mitarbeiter_innengespräche, Mitarbeiter*innengespräche“. Der Unterstrich, der sogenannte Gender-Gap, soll signalisieren, dass das Wort alle Menschen meint, also auch Personen, die sich nicht eindeutig dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zuordnen. Das Sternchen in „Mitarbeiter*innengespräche“ steht ebenfalls für alle Geschlechter, es sei „eine weitere sprachliche Repräsentationsform jenseits des binären Systems“, wie es akademisch-kompliziert in dem Papier heißt. […]

[…] Jenovan Krishnan (…) Bundesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), und 25 Jahre alte Student der Politikwissenschaft aus Frankfurt sagt: „Die Mehrheit der Studenten wünscht sich die gegenderte Sprache nicht.“ Er beklagt, dass Hochschulen überall in Deutschland „den Weg des geringsten Widerstands gehen, indem sie der Forderung einer kleinen Gruppe nachgeben und die gegenderte Sprache für Haus- und Abschlussarbeiten verpflichtend einführen“. Krishnan und seine Mitstreiter empfinden das Gender-Deutsch als kompliziert und weltfremd. Mit mehr Stipendienprogrammen und familienfreundlicheren Hochschulen ließe sich für die Gleichberechtigung von Frauen mehr erreichen. […]

 faz.net

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