Die Angst der Heuchler vor Trump

Es gab Zeiten, da galt die eherne Regel, dass einem Präsidenten 100 Tage im Amt gewährt werden, bevor das erste Urteil über seine Arbeit fällt. Das war die Ära, in der deutsche Politiker noch den Anstand hatten, sich ihrer Verantwortung zu stellen, gegebenenfalls zurückzutreten und Minister ihren Amtseid nicht als bloße Floskel zur Sicherung eines gut bezahlten Postens und ihrer Macht verstanden. Demokratie hieß da Umsetzung des Bürgerwillens und nicht politisch oktroyierte Gesinnungsabstimmung.

Das ist vorbei. Jetzt befinden wir uns in der postfaktischen Epoche absolutistischer, weil von den Gesetzen losgelöster Deutungshoheit, die das Fehlen aufrechter Politik sowie gewinnbringender Diskussionen zu einer penetranten Meinungsmacht kultiviert hat und jeden davon Abweichenden neurotisch mit der griffigen wie abgenutzten Keule mundtot macht. Demokratie ist inzwischen, was rote und grüne „Vorzeigedemokraten“ diktieren.

Daher wundert es den aufmerksamen Beobachter nicht, wenngleich er sich angewidert davon abwendet, dass das linke Establishment, bestehend aus ewig empörten Politikern ohne Berufsabschluss, Elfenbeinturm-Pressetreibenden und der schwarz vermummten Straßeneinsatztruppe, die Inauguration Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA mit den in rotgrünen Kreisen etablierten primitiven Albernheiten begleitete. Sogenannte „Aktivisten“, also gewaltbereite Steinewerfer, frustrierte Postfeministinnen und ideologisch verblendete Funktionäre, riefen diesseits und jenseits des Atlantik zum Marsch gegen Trump auf. Wer die Berichterstattung der hiesigen Qualitätspresse verfolgte, hätte glatt glauben können, hier würde der „Godfather“ des Bösen inthronisiert, derart weltfremd und befangen agierten die GEZ-Medien bis hin zum SPD-gehaltenen Lokalblatt.

[…] Außenminister Steinmeier zeigte schon vor der US-Wahl die von ihm gewohnte Weitsicht und sozialdemokratische Diplomatie à la Ralf Stegner, indem er Trump erst als Hassprediger beschimpfte und ihm dann wie ein bockiges Kleinkind nicht gratulierte.[4] Von Merkels Reaktion ganz zu schweigen. Die Kanzlerin der gebrochenen Gesetze und eigenmächtigen Entscheidungen entblödete sich nicht, Trump an Rechtsstaatlichkeit und demokratische Spielregeln erinnern zu wollen.

[…] Wenn ein Obama, Friedensnobelpreisträger und Merkels Busenkumpel, im Nahen Osten bombt und in Syrien einen Krieg anzettelt, während er Geschäfte mit saudi-arabischen Ölmagnaten abwickelt, dann ist das schon irgendwie in Ordnung für die deutsche Übermacht des Hochmoralischen. Ebenso „okay“ und „yes we can“ wie der Wirtschaftskrieg gegen deutsche Firmen, das abgehörte Merkel-Telefon oder das Freihandelsabkommen mit seinen diversen Schattengerichten. Aber ein Trump, der sich als Außenseiter zum Präsidentenamt kämpfte, der TTIP ablehnt und für den Putin kein Erzivale ist, der statt Neusprech Klartext redet, geht nicht in die Betonköpfe der deutschen Ideologen, der wird folglich von ihnen mit Fremdschämfaktor diffamiert. […]
GEOLITICO

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s