Gerichte entlassen psychisch kranke Täter gegen Expertenrat

Gerichte hinterfragen zunehmend, psychisch kranke Straftäter lange im Maßregelvollzug unterzubringen. Landschaftsverband warnt vor Entlassungen.

In NRW sind im vergangenen Jahr mindestens 15 psychisch kranke Straftäter entlassen worden, obwohl Gutachter von einer anhaltenden Gefährlichkeit ausgehen. Laut dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wurde allein im Landgerichtsbezirk der Forensik Lippstadt-Eickelborn 13-mal gegen den Rat der Experten auf Entlassung entschieden. LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg warnte vor dieser Entwicklung. Es gebe zum Teil „deutliche Bedenken“ dagegen, diese Menschen freizulassen. […]

[… ] Einer der zu Entlassenden ist ein Mann aus Ostwestfalen, der wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern seit zehn Jahren im Maßregelvollzug behandelt wird. Ein Gutachter hatte zuletzt davon abgeraten, dem Mann auch nur einen kurzen Einzelausgang zu genehmigen. Man könne nicht davon ausgehen, dass er seine „pädosexuellen Fantasien bei weitergehenden Freiheitsgraden kontrollieren kann“.

[…] In einem anderen Fall soll ein wegen mehrfachen Diebstahls verurteilter Mann nach mehr als zehn Jahren aus der Forensik entlassen werden. Die Behandlungs-, Sozial- und Kriminalprognosen sind laut LWL „ungünstig“. Der Patient soll während der Behandlung über 130-mal negativ aufgefallen sein, auch durch Übergriffe auf Patienten und Personal.
 WAZ.de

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