Flüchtlinge stellen Jobcenter vor schwierige Aufgabe

Die Zuwanderung in den Kreis Gütersloh wirkt sich massiv auf die Arbeit des Jobcenters aus. Wie aus aktuellen Zahlen der Kreisbehörde hervor geht, ist inzwischen jeder zweite Neuzugang unter den Hartz-IV-Empfängern ein Flüchtling. Sie für den Arbeitsmarkt fit zu machen, sei aufgrund ihres im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung „weit unterdurchschnittlichen“ schulischen und beruflichen Qualifikationsniveaus eine Herausforderung.

[…] Demnach hat sich der Anteil der Ausländer unter den Hartz-IV-Empfängern mittlerweile auf mehr als 40 Prozent erhöht. 52,5 Prozent aller erwerbsfähigen Leistungsberechtigten wurden im Ausland (in 90 verschiedenen Ländern) geboren und haben somit einen unmittelbaren Migrationshintergrund.

[…] Bei den Flüchtlingen verfügen nach Angaben des Kreises nur 15 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer über einen Berufsabschluss. Um in ihrer Heimat sich und ihre Familien ernähren zu können, haben viele Flüchtlinge zwar Erfahrungen aus einer Menge Jobs aufzuweisen, aber verglichen mit dem Facharbeiterniveau in Deutschland könne man das lediglich als „angelernt“ bezeichnen.

[…] Rund 70 Prozent der Flüchtlinge haben keinen Schulabschluss.

[…] „Nicht wenige Flüchtlinge“, so der Kreis, seien bereits muttersprachliche Analphabeten. Entsprechend hoch sei der Bedarf an Kursen. Doch auch dort ist der Erfolg bescheiden: Im Gegensatz zu den Migranten, die das lateinische Alphabet kennen, scheitern die meisten Flüchtlinge am vom BAMF angestrebten B1-Niveau; meistens schaffen sie nur A 2. Für eine berufliche Lehre in Deutschland wären jedoch Sprachkenntnisse in B 2, in einigen Berufen auch B 1 erforderlich.

[…] An seinen drei Standorten – Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Halle – hat das Jobcenter sieben Spezialisten beschäftigt, deren Aufgabe es ist, Sprachkurse für Zuwanderer zu organisieren und deren Teilnahme in einer Eingliederungsvereinbarung festzuhalten. Außerdem erstellen sie Integrationspläne. Um das Potenzial jedes einzelnen schon während des Integrationskurses festzustellen, hat das Jobcenter 260 Maßnahmenplätze eingekauft.

[…] Da das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Asylverfahren inzwischen wesentlich schneller abarbeitet, steigt die Zahl der anerkannten Flüchtlinge stark an – mit der Folge, dass im Jobcenter des Kreises Gütersloh aktuell monatlich 200 erwerbsfähige Flüchtlinge hinzu kommen. Da bei den Ausländerbehörden im Kreis von den registrierten Asylbewerbern derzeit noch rund 4.000 Menschen (inklusive Kinder) auf eine Entscheidung des BAMF warten, dürften in den nächsten Monaten – bei einer Anerkennungsquote von rund 60 Prozent – 2.400 Menschen beziehungsweise 1.500 Erwerbsfähige in die Betreuung des Jobcenters wechseln. […]
Neue Westfälische

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