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AfD tritt für Verringerung der Luftverschmutzung und von Fluglärm im Kreis Viersen ein

Antrag der AfD-Fraktion im Kreistag Viersen zur Abflugroute MODRU

Der Kreistag möge beschließen:

Der Kreis Viersen stimmt sich mit den kreisangehörigen Kommunen in dem Sinne ab, dass eine gemeinsame Aufforderung an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erfolgt, die Bundesanstalt für Flugsicherung zu beauftragen, Alternativen zur Flugroute MODRU zu entwickeln.

Sofern das Königreich Belgien weiterhin Abflügen aus Deutschland mit einer Flughöhe von weniger als 21.000 ft den Überflug verweigert, wird das BMVI gebeten, das Europaparlament mit dieser Problematik und dem Ziel einer Abhilfe in dem Sinne zu befassen, dass der umweltbelastende Umweg von ca. 60 km über das Kreisgebiet Viersen entfällt.

Begründung:

Im Jahre 2002 wurde auch wegen Verlagerung von Abflugrouten in Frankfurt als Rechtsverordnung durch die Deutsche Bundesanstalt für Flugsicherung die sogenannte Abflugroute SID MODRU 4T (Standard Instrument Departure) vorgegeben und später unter dem Namen MODRU 5T bzw. MODRU 6T ohne große Änderungen weitergeführt. Täglich müssen bei entsprechenden (vorherrschenden) Wetterlagen mehr als 80 große Luftfahrzeuge diese Abflugroute befolgen, die sie zu einer weiten S-Kurve mit einem Umweg von etwa 60 km zwingt. Im Fachjargon wird vom „Fleischerhaken“ gesprochen. Die Abflugroute führt unmittelbar nach dem Start und einer scharfen Rechtskurve über Willich und Tönisvorst; über Kempen erfolgt eine 90 Grad-Linkskurve und weiter geht es sodann über Grefrath, Nettetal, Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten nach Belgien (siehe Grafik).

Die Umwelt wird hierdurch unzumutbar belastet – einerseits durch überflüssigen Fluglärm, insbesondere aber auch durch umwegbedingte Verbrennung von zusätzlich rund 800 bis 1500 Litern Kerosin pro Start (je nach Typ des Luftfahrzeuges). Bei mehr als 80 Starts pro Tag entspricht dies täglich einer Umweltbelastung durch Verbrennung von bis zu 100.000 Litern Kerosin, allein die hieraus resultierende CO2 –Belastung beläuft sich auf schätzungsweise mehr als 500 Tonnen pro Jahr. Hiergegen wehren sich Bürgerinitiativen und Bürgervereine seit langem.

Ein Grund für die weite S-Kurve liegt darin, dass das EU-Mitgliedsland Belgien deutschen Luftfahrzeugen den Überflug verweigert, wenn diese keine Flughöhe von 21.000 ft aufweisen. Insofern besteht eine doppelte Problematik: Es sind einheitliche Regelungen innerhalb der EU anzustreben, die solche überflüssigen Umweltbelastungen und Behinderungen des Luftverkehrs ausschließen.
Selbst wenn Belgien nicht zu einer nachbarschaftlich verträglichen Regelung bereit ist, wäre zu überprüfen, ob diese Abflugroute, die auch über dicht bebautes Gebiet führt, kürzer und/oder umweltfreundlicher gestaltet werden kann.

Bundestags- und Europaparlamentsabgeordnete hatten diese Problematik in der Vergangenheit bereits aufgegriffen und Bürgerinitiativen und Bürgervereinen wurden im Laufe der Jahre Überprüfungen in Aussicht gestellt. Dies war bisher ergebnislos; weder konkrete Gespräche oder Maßnahmen noch Ergebnisse sind bekannt. Um die frustrierten und belasteten Bürger des Kreises Viersen und deren Organisationen zu unterstützen und um die Angelegenheit nicht „einschlafen“ zu lassen, erscheint es zweckmäßig, sich mit dem Anliegen einer Überprüfung an den Herrn Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur zu wenden. Dieser führt die Dienst- und Fachaufsicht über das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und damit auch über die Bundesanstalt für Flugsicherung und könnte dort zum einen entsprechende Prüfungen initiieren und zum anderen die Angelegenheit über Eingaben an das Europarlament im Verhältnis zum Königreich Belgien zur Sprache bringen.

Willich, den 23. Februar 2015

Hermann Rubbert, Fraktionsvorsitzender
Klaus Neutzling, stellvertretender Fraktionsvorsitzender

 

Flugroute Modru
24.02. AfD Antrag zur Abflugroute MODRU

Ergänzung vom 27.04.2015
Ergänzung zum Antrag Flugroute MODRU

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