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Lehrpläne: Aufklärung oder Anleitung zum Sex?

Die Sexualpädagogik in den neuen Lehrplänen einiger Bundesländer ist geeignet, den Kindesmissbrauch zu fördern. Die gesamte Gesellschaft soll umerzogen werden. Ein Gastbeitrag.

[…] An moderner Sexualaufklärung, die weit über den Sexualkundeunterricht vergangener Jahre hinausgeht, scheiden sich die Geister, denn hier zeigt sich, wie die nächste Generation leben soll. Klare Ziele hat die „Sexualpädagogik der Vielfalt“, die in den Lehrplänen einiger Bundesländer als Querschnittsthema verankert ist. Eine Forderung lautet, die sogenannte „Heteronormativität“ unserer Gesellschaft zu überwinden, weil sonst gleichgeschlechtlich fühlende Kinder in ihrer Entwicklung Schaden nehmen könnten.

Vom ersten Bilderbuch bis zum Abitur soll die Vorstellung von Vater/Mutter/Kind „entnormalisiert“ werden. […] Unter neuen, wohlklingenden Namen wie „sexualfreundliche Erziehung“ werden die Grenzen zwischen Pädophilie und vermeintlicher sexueller Befriedigung von Kindern auch heute noch verwischt. […] Ein weiteres Muster der emanzipatorischen, dekonstruktivistischen oder sexualfreundlichen Sexualpädagogik ist die Überbetonung des Lustaspekts von Sexualität, während das Gelingen stabiler Bindungen und tragfähiger Beziehungen bewusst vernachlässigt werden. […]

Das Praxisbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ für Schule und Jugendarbeit (2. Auflage 2012) fragt, „wie eine angemessene sexualpädagogische Begleitung der jeweiligen Altersgruppe aussieht“, und bietet als Antwort Übungen für Kinder im Alter von 10 Jahren aufwärts an. Um verschiedene Lebensformen besser wahrzunehmen, dürfen zum Beispiel 14 Jahre alte Jugendliche stellvertretend für die Bewohner eines imaginären Mietshauses Gegenstände ersteigern, die etwa zum Alltags- und Liebesleben eines lesbischen Paars mit Kindern, einer alleinerziehenden Mutter oder einer Spätaussiedlerin aus Kasachstan passen. Vorgeschlagen werden neben Handy, Deo und Saunakarte unter anderem ein Dildo, Handschellen, Lack und Leder, Aktfotos, das Kamasutra und Vaginalkugeln. Auch bei der Entwicklung einer Strategie gegen Trennungsschmerz gibt es neben Schokolade ein Gebetskreuz und wieder den Dildo. Auf die Frage „Was gehört für dich unbedingt zur Sexualität dazu?“ werden Eheringe, Handschellen, Vibrator, Reizwäsche, Herren-Tanga, Kreuz, Kopftuch und Bibel aufgezählt. Es folgen Teddybär, Lederpeitsche und Taschenmuschi. Die Kombination aus religiösen Utensilien und Sexspielzeug entspringt dem Denkmuster des Gender Mainstreaming.

[…] Zwölfjährige erfahren in der Übung „Superwoman“, dass die Menstruation auch „geil sein kann“, oder sie durchdenken, was zu tun ist, wenn „Cem beim Fingern bemerkt, dass Jasmina ihre Menstruation hat“.

[…] In der Übung „Galaktischer Sex“ des Praxisbuchs sollen die Schüler alle ihnen bekannten Bezeichnungen für sexuelle Praktiken nennen. Für „scheinbar Ekliges, Perverses und Verbotenes“ gibt es eine Extraermutigung. Per Gesetz verbotene Praktiken (Sex mit Tieren, mit Personen unter 14 Jahren und Sex ohne Einwilligung der anderen Person) soll der Pädagoge nennen und „zu einer kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema anregen“

[…] „Come in, wir sind offen, lesbisch, schwul, bi, hetero, trans“ steht auf dem Schild, das Schulen anbringen müssen, die sich dem Projekt „Schule der Vielfalt“ (NRW) anschließen. […]
FAZ vom Oktober 2014

Armutsgefahr für Geringqualifizierte in Deutschland steigt

Geringqualifizierten droht in Deutschland heute häufiger ein Leben in Armut als noch vor zehn Jahren. Mehr als 30 Prozent derjenigen ohne Berufsausbildung und mit höchstens einem Realschulabschluss sind demnach armutsgefährdet.

[…] Wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf eine Studie der Universität Duisburg-Essen berichtet, ist zudem die deutsche Mittelschicht in den vergangenen 20 Jahren deutlich geschrumpft. Der Untersuchung zufolge ging der Anteil von Haushalten mit mittleren Einkommen zwischen 1993 und 2013 von 56 auf 48 Prozent zurück. Gleichzeitig sei die Quote der schlechter Verdienenden gestiegen.
 SPIEGEL ONLINE

Vernichtendes Urteil für Lehrform Gemeinschaftsschule

Ein Gutachten stellt dem Vorzeigeprojekt Gemeinschaftsschule ein vernichtendes Urteil aus. Vor allem das individuelle Lernen erweise sich als denkbar ineffektiv.

Die Gemeinschaftsschule ist das Vorzeigeprojekt der grün-roten Landesregierung in Stuttgart schlechthin. […] Nun wurde ein vernichtendes Gutachten über die Gemeinschaftsschule bekannt, das vom Kultusministerium bisher unter Verschluss gehalten wird, den Vermerk „nur intern verwenden“ trägt und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt. Danach gelingt weder die neue Unterrichtsform des selbständigen Lernens mit Lehrern als Lernbegleitern noch die Inklusion oder die besondere Förderung der Schwächsten und Stärksten. Auch die Leistungsbeurteilung ist mehr als fragwürdig. In den Fremdsprachen kommt das Sprechen zu kurz.

[…] In Englisch, Deutsch und Mathematik arbeiten die Schüler an der Geschwister-Scholl-Schule ausschließlich ihre sogenannten Lernpakete ab, das sind Wochenarbeitspläne mit einem konkreten Pensum, das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sein muss. Offenbar werden dafür auch Unterrichtsstunden genutzt, die eigentlich gar nicht für das individuelle Arbeiten vorgesehen waren. Sie machen sich weder Gedanken über ihre Arbeitsstrategie, noch nehmen sie sich ein konkretes Pensum vor. Auch die Lehrer unterstützen in den Arbeitsphasen wenig.

[…] Während leistungsstärkere Schüler mit der Selbständigkeit gut umgehen können und auch Lernstrategien beherrschen, geraten die schwächeren noch mehr ins Hintertreffen als ohnehin schon. Den Lehrern fehlt der Überblick, welcher Schüler woran arbeitet, welche Fortschritte er macht und die Kontrolle der Ergebnisse kommt zu kurz. Wenn überhaupt, schauen die Lehrer nach Vollständigkeit, Orthographie, Grammatik und Seitenzahl, während „die inhaltliche Qualität der Schülerarbeiten hintangestellt wurde“. Und das an einer Schule, die derlei Lernmodelle schon seit langem praktiziert?
FAZ

Pisa: Finnland taugt doch nicht als Vorbild für Schulen

Finnlands Schulen gelten seit der ersten Pisa-Studie für Deutschland als Vorbild. Doch das ist eine Illusion. Jetzt stellt sich heraus: Der Erfolg beruhte doch auf Strenge statt auf modernen Methoden.

[…] „Wir Grünen wollen Schulen nach finnischem Vorbild schaffen. Wir nennen dieses Modell Neue Schule.“ Dieser Satz stammt aus dem Wahlprogramm der niedersächsischen Grünen 2010. Heute regiert die Partei in dem Bundesland und nicht nur dort. Doch die Grünen, wie alle übrigen, sind einem Trugbild erlegen.

[…] Sahlgren zeigt, dass das finnische Schulsystem zum Zeitpunkt seines großen Pisa-Erfolgs von Früchten zehrte, die lange zuvor unter ganz anderen Bedingungen gesät wurden. Heute erscheint das System als eines, das auf den Schüler fokussiert und den Lehrer als Lern-Koordinator sieht. „Pädagogik in Finnland denkt Schule vom Kind aus“, heißt es nicht von ungefähr in dem Wahlaufruf der Grünen.Doch die Wahrheit ist, dass dieses System erst in den 90er-Jahren eingeführt wurde. Bis dahin war der Frontalunterricht mit einer starken autoritären Stellung des Lehrers maßgebliches Prinzip.

[…] Die Schüler nahmen Schule und Lehrer offenbar noch immer als autoritär und dominierend wahr. Erst seit der Jahrtausendwende änderte sich dies, das beweisen Studien. Gleichzeitig ging die Leistung der Schüler zurück.

[…] „Wir sprechen in der Bildungsforschung davon, dass es mindestens zehn bis 15 Jahre dauert, bis Veränderungen sichtbar werden“, sagt Sälzer. Die Erfolge waren dem Nachwirken des alten Systems geschuldet. […]
DIE WELT vom 08.07.2015

An den Gymnasien wird keinem noch Wissen vermittelt

Jutta Dreßler war vier Jahrzehnte lang Lehrerin im Gymnasium, erst im Osten, dann im Westen von Berlin. Jetzt ist sie im Ruhestand und zieht eine ernüchternde Bilanz über das Schulsystem von heute.

[…] Das Niveau sinkt. Wenn man allen die gleichen Chancen einräumen will, muss das Level sinken. Das merken die Eltern. Jugendliche, die heute mit 2,0 von der Schule gehen, sind nicht so gut wie Schüler, die vor zehn Jahren eine 2,5 hatten. Die Bewertung im Abitur hat sich geändert. 15 Punkte gab es einmal für 100 Prozent. Heute gibt es die 15 Punkte bei 95 Prozent. Das setzt sich in den anderen Stufen auch fort. Die Politik findet immer Schrauben, an denen man drehen kann. Was leidet, ist das Wissen, die Allgemeinbildung.

[…] Die Gesamtschulen sind früher vom Niveau viel weiter unten gewesen. Mit dem Zentralabitur hat man eine mittlere Linie gefunden, aber es müsste für Gymnasiasten mehr Anspruch da sein. Sogar die Schüler wundern sich manchmal, wie einfach das war.

[…] Die (Eltenr) sind sehr fordernd – und erwarten, dass die Lehrer sich um alles kümmern. Schule kann nicht leisten, dass sie auch die Familienerziehung übernimmt. Es geht etwa um Dinge wie Respekt. Wenn Schüler mir die Tür vor der Nase zuknallen, wenn ich zwei Taschen in der Hand trage, dann ist das ein Versäumnis der Eltern. Und ein Indiz dafür, dass sich in unserer ganzen Gesellschaft etwas ändert. Die Haltung ist: Hier bin ich, und ich bin wichtig. Es wird zusehends schwieriger, Schüler dazu zu bekommen, sich für Dinge in der Schule zu engagieren. Und wir haben auch immer weniger Eltern im Boot.

[…] Ich habe immer wieder festgestellt, dass Schüler eine Bewertung für sich brauchen. Nur verbal zu sagen „Haste fein gemacht“, reicht nicht. Ich erkenne die Entwicklung bei der jüngeren Generation, die immer gesagt bekommt, dass sie alles toll macht. Die Kinder kommen in die siebte Klasse, sind nur gestreichelt worden und in Watte gepackt. Das wird echt schwierig. Sie haben nicht gelernt, sich mit negativen Ergebnissen auseinanderzusetzen. Man muss einem Kind auch mal deutlich sagen: So wirst du keinen Erfolg haben. Wenn doch, kommen sofort die Eltern vorbei.

[…] (Schulpolitiker) sollen mal tatsächlich für längere Zeit in der Schule sein, den Alltag erleben. Nicht nur nachmittags zu einer Sitzung kommen. […]
DIE WELT vom 15.06.3015

Heutige Schüler trifft das Berufsleben wie ein Schock

Seit Jahren sollen „unnötige Härten“ vermieden werden: keine Grundregeln beim Schreiben, keine schriftlichen Prüfungen, kein Sitzenbleiben. Mit der wahren Arbeitswelt sind Jugendliche so überfordert.

[…] Ein zunehmender Teil der Schulabgänger bringt nicht mehr die Voraussetzungen mit, um eine Lehre zu machen. 256.000 junge Leute mussten 2014 ein „Bildungsprogramm im Übergangsbereich“ absolvieren.

Auch bei vielen Schulabgängern, die ein passables Zeugnis mitbrachten, stellte sich in den Betrieben heraus, dass sie nicht fähig oder nicht bereit waren, sich den Vorgaben eines Produktionsablaufs anzupassen. Ausbildungsleiter mit langjähriger Erfahrung berichten, dass es von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Dabei geht es nicht nur um ein Unterschichtproblem, wie die hohe Zahl von Studienabbrechern an den Hochschulen zeigt.

[…] Angesichts der drohenden Fachkräftelücke müssten sich also eigentlich alle Augen auf das Bildungswesen richten. Auch die zahlreichen Veränderungen, die hier vorgenommen wurden, müssten noch einmal auf den Prüfstand kommen. Stattdessen werden drei Gruppen als Lückenfüller ins Gespräch gebracht: Frauen, Alte und Migranten sollen die Krise lösen. So als wären die bisherigen Träger des Berufslebens in Deutschland durch irgendeine geheimnisvolle Krankheit dahingerafft und müssten nun ersetzt werden.

[…] An die Stelle von „totem“ Wissen sollte die Vermittlung von sogenannten Kompetenzen treten. Die Schüler sollten keine festen Fachkenntnisse mehr lernen, sondern Verfahren, mit denen angeblich jede Aufgabe gelöst werden könnte – und das ein Leben lang, denn mit ihnen sollte man auch alles zukünftig Neue erfassen können.

Damit begann ein Abrissprogramm, das sich gegen alles richtete, was nun als „unnötige Härte“ erschien: gegen die Zwänge eines bestimmten Stoffes oder Fachgebiets, gegen das mühsame Erarbeiten des Wortschatzes einer Sprache, der Gesetze und Gliederungen der Natur, der Geografie eines Landes, der Eigenart einer Geschichtsepoche oder eines literarischen Werks, gegen das Üben in Sport, Musik oder Kunst, gegen das Auswendiglernen von Texten, sogar gegen die Beachtung von Grundregeln beim Schreiben und Rechnen, gegen schriftliche Prüfungsarbeiten, Noten, Sitzenbleiben, Jahrgangsklassen, Schulstufen. Alles steht zur Disposition.

[…]

Es ist daher falsch, die Fachkräftelücke als Problem der Wirtschaft anzusehen. In Wirklichkeit ist es ein Alarmzeichen für den Zustand des Bildungssystems. Es ist ja inzwischen mit Händen zu greifen, wie die fachliche Entkernung des Schulwesens auf die Berufswelt durchschlägt. Die Berufsanfänger scheitern exakt dort, wo es um feste Kenntnisse und Ausdauer geht.

Doch die Schulbürokratien scheinen ihren Kurs unbeirrt fortzusetzen. In Berlin und Brandenburg will man jetzt – quer durch alle Schultypen – in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe aus den Fächern Geschichte, Geografie und Politische Bildung ein Mischfach „Gesellschaftswissenschaften“ machen.

Derweil soll in Niedersachsen im Rahmen eines geplanten „modernen Abiturs“ die Möglichkeit eingeführt werden, die schriftliche Abiturprüfung durch eine sogenannte Präsentationsprüfung zu ersetzen. Auf die Nachfrage, was das denn sei, plauderte die Kultusministerin ganz locker, sie denke dabei an die Präsentation eines Themas mit dem Computerprogramm Powerpoint.
DIE WELT vom 26.03.2015

Philologenverband empört über Hasstiraden gegen Gymnasien – „Grotesk unwahre Äußerungen“

Mit Empörung hat der Philologenverband Niedersachsen einer Pressemitteilung zufolge auf antigymnasiale Tiraden der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, Anja Piel, reagiert. Der Verband verweist auf einen Bericht der Deister-Weser-Zeitung Hameln vom 14. März, wonach die Fraktionsvorsitzende auf einer Kreisversammlung der Grünen in Hameln unter anderem gesagt haben soll: „Eltern mit hohem Einkommen wollen ihre Kinder immer noch von den Schmuddelkindern fernhalten.“ Kinder aus einkommensschwachen Familien müssten die gleichen Bildungschancen erhalten wie die Unternehmerkinder, „die sich jetzt an den Gymnasien zusammenrotten“.

Solche ebenso grotesk unwahren wie verleumderischen Äußerungen seien von Hass gegen die in der Bevölkerung beliebte und erfolgreiche Schulform Gymnasium geprägt, erklärt der Vorsitzende der Lehrerorganisation, Horst Audritz, in dem Verbandsschreiben. Wer das Gymnasium heute noch als Schule für Kinder reicher Eltern wahrnehme oder gar als Schule von Unternehmerkindern beschimpfe, habe jeden Bezug zur Realität der heutigen Schule verloren. „Da paart sich pure Ideologie mit totaler Faktenignoranz in geradezu sträflicher Weise.“

Die Äußerungen von Anja Piel seien allerdings ernst zu nehmen als erschreckendes Signal für die wahren schulpolitischen Ziele der Grünen. Ihnen gehe offenbar die mit dem neuen Schulgesetz in die Wege geleitete Abschaffung aller Gymnasien und die Einführung der Zwangs-Einheitsschule für alle Schüler nicht schnell genug. Eine solche Einheitsschule für alle führe allerdings nicht zu mehr, sondern zu weniger Bildungsgerechtigkeit. Wie ein Blick nach Frankreich, Großbritannien oder die USA zeige, sei ein solches Schulsystem ein Konjunkturprogramm für teure Privatschulen.
News4teachers vom 17.03.2015

Dozenten klagen: Lehramtsstudenten können nicht schreiben

Uni-Dozenten schlagen Alarm: Viele Lehramtsstudenten könnten „keine zwei Sätze fehlerfrei schreiben.“ Schuld soll das „Schreiben nach Gehör“ sein.

[…] Kritiker warnen seit Einführung der „Reichen-Methode“ vor negativen Folgen. „Die Katastrophe begegnet mir jeden Tag“, sagt der Wissenschaftslektor und ehemalige Kommunikationswissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum, Peter Kruck, dieser Zeitung. „Die meisten Lehramtsstudenten können keine zwei Sätze fehlerfrei schreiben.“ Und diese kommen anschließend zurück an die Schulen und „haben keine Ahnung von Rechtschreibung“, so Kruck.

Täglich korrigiere er Abschlussarbeiten von Studenten und angehenden Lehrern, und er finde auf 80 Seiten Hunderte Fehler – das sei inzwischen normaler Standard. Kruck: „Es kommen Leute ins Lehramt, die nie darauf getestet wurden, ob sie die deutsche Sprache überhaupt beherrschen.“ Die Professoren würden es nicht als ihre Aufgabe betrachten, ihren Studenten in diesem Punkt Nachhilfe zu erteilen. Krucks Vorschläge: Die Reichen-Methode an den Grundschulen sofort abschaffen und Vorbereitungskurse für alle Lehramtsstudenten an den Unis einrichten. […]
WAZ.de vom 11.03.2015

Lehrer schlagen Alarm: Eine Million Schulstunden fallen aus

Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat einen weiterhin hohen Stundenausfall an Deutschlands Schulen beklagt. Pro Woche fielen bundesweit knapp eine Million Schulstunden aus, sagte er heute.de.

Das seien 8,5 Prozent aller Stunden und damit fast genauso viele wie ein Jahr zuvor. Zum Ausfall zählen ersatzlos ausgefallene Stunden, oder solche, die nicht lehrplanmäßig gehalten werden. „Wenn die Schüler zum Beispiel kein Englisch haben, sondern nur ihr Malbuch weitermalen, zählt das als Ausfall“, erklärt Heinz-Peter Meidinger vom Philologenverband.

Wirklich ersatzlos fallen etwa zwei bis vier Prozent aus. Nicht gezählt wird ein verdeckter Ausfall. Davon spricht man, wenn schon im Stundenplan zum Beispiel statt vier einfach nur noch drei Stunden stehen.Besonders groß ist das Problem laut Meidinger weiterhin in den MINT-Fächern, also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. […]
 heute-Nachrichten vom 30.01.2015

Morgens Uni, nachts Isomatte – Studenten schlafen in Notunterkünften

Sie schlafen in Notunterkünften oder auf fremden Sofas: Viele Erstsemester in NRW haben zum Studienstart noch keine Wohnung gefunden. Mancherorts helfen die Studentenausschüsse mit Notunterkünften.

Die „Kellerkinder“ schlafen unter der Erde. 20 junge Leute teilen sich zwei Räume im Souterrain eines Studentenwohnheims. Eine eigene Wohnung haben die Erstsemester in Düsseldorf nicht gefunden. Deshalb teilen sie sich jetzt Schlafgelegenheit, Toilette, Dusche und Küche. Nicht gerade Luxus – doch Wohnungen sind knapp. Mit dem Projekt „Kellerkinder“ bietet der Allgemeine StudentInnenausschuss der FH Düsseldorf AStA Erstsemestern eine Notunterkunft. […]

Seit dem vergangenen Jahr habe sich die Lage noch verschlimmert. Es gebe sehr viele Erstsemester, außerdem kämen sehr viele Anfragen von ausländischen Studenten, die über das Erasmus-Programm an der Uni seien. „Das ist neu“, sagt Risius. […]Seit dem vergangenen Jahr habe sich die Lage noch verschlimmert. Es gebe sehr viele Erstsemester, außerdem kämen sehr viele Anfragen von ausländischen Studenten, die über das Erasmus-Programm an der Uni seien. „Das ist neu“, sagt Risius. […]
WAZ.de vom 16.10.2014