Schlagwort-Archive: Inflation

Irre Entwicklung – Die weltweiten Notenbanken kaufen alle neuen Schulden auf

Der Euro ist im freien Fall: Grund ist das Anleihenkaufprogramm von 60 Mrd. Euro pro Monat, das die EZB am Anfang dieser Woche gestartet hat. Ein Blick auf ein paar Zahlen zeigt, in welch gigantischen Maße die weltweiten Notenbanken in den Markt für Staatsanleihen eingreifen und damit die Signale die er eigentlich senden soll, völlig verzerren. Laut einer Studie von Morgan Stanley werden die Notenbanken der USA, Japans, Großbritanniens und der EZB in diesem Jahr zum ersten Mal insgesamt mehr Staatsanleihen kaufen als die Staaten neue Schulden machen – unglaublich.

[…] Inzwischen haben rund 40 Prozent aller umlaufenden Papiere aus Deutschland, Finnland, Holland und Österreich eine negative Verzinsung. Und der Anteil wird weiter deutlich steigen.

[…] Die Analysten von JP Morgan prognostizieren, dass die EZB – im Falle eines deflationären Schocks, ausgelöst durch ein nachlassendes Wirtschaftswachstum in den USA oder eine weitere Abkühlung des Wachstums in China – die Strafzinsen von aktuell 0,2 Prozent auf drei Prozent anpassen wird.

Entsprechend werde der Euro bis zum Jahresende die Parität zum Dollar erreichen – sprich ein Euro kostet einen Dollar. Im Mai 2014 kostete ein Euro noch 1,40 Dollar.

In dem Umfeld müssen sich die Anleger in Deutschland auf harte Zeiten einstellen. Negative Zinsen und ein implodierender Euro werden für heftige Kaufkraftverluste sorgen.
 Finanzen 100 vom 11.03.2015

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Im März wirft Europa die Notenpresse an

Vor Wochen wurde es schon beschlossen, jetzt geht es los: Weit über eine Billion Euro will die EZB in die Finanzmärkte pumpen. Was es bringt und ob es überhaupt etwas nutzt, ist fraglich.

[…] Mit den anstehenden Anleihenkäufen kopiert die EZB, was andere Notenbanken schon seit Jahren praktizieren. Sinn und Zweck des Unterfangens war es dabei stets, die Zinsen weiter zu drücken. Dadurch wird es Unternehmen noch leichter gemacht, Kredite aufzunehmen. Sie sollen mehr investieren und so zur Konjunkturerholung beitragen. Zumindest in den USA hat dies auch funktioniert.

Die Zinsen immerhin haben in Europa schon reagiert. Seit Monaten stürzen sie immer tiefer. Deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit werden nur noch mit 0,30 Prozent verzinst. Bis zu einer Laufzeit von sechs Jahren ist die Rendite sogar negativ. Wer dem deutschen Finanzminister also derzeit Geld für bis zu sechs Jahre leiht, bekommt nicht nur keine Zinsen. Er erhält am Ende der Laufzeit sogar weniger zurück, als er verliehen hat.

Aber auch die Anleihen anderer Staaten sind inzwischen häufig bereits negativ verzinst. In Frankreich etwa gilt das für Laufzeiten von bis zu vier Jahren. In der Schweiz sogar bis zu neun Jahren. Weltweit bringt heute schon rund ein Drittel aller staatlichen Schuldscheine den Anlegern negative Renditen – sie verlieren damit also Geld.

Das ist von den Notenbanken letztlich auch genau so gewollt, denn nur so lassen sich die Finanzen der überschuldeten Staaten sanieren. Zahlen müssen dafür jedoch die Anleger, und das sind vor allem Kunden von Lebensversicherungen oder privat Rentenversicherte.
DIE WELT vom 02.03.2015

Geldschwemme: Draghi zeigt Deutschland die kalte Schulter

Mario Draghi will bei der Entscheidung über den umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen keine Rücksicht auf deutsche Bedenken nehmen. Auch eine Ablehnung durch die Bundesbank kann die neue Geldschwemme nicht verhindern. Draghi will alle Asstets kaufen, die verfügbar sind – außer Gold.

Draghi sagte, dass die EZB ausschließlich das Mandat habe, die Preisstabilität in der Euro-Zone zu sichern. Das Ziel sei eine Inflation von etwa 2 Prozent. Um dieses zu erreichen, müsse die EZB die Entscheidungen treffen, die nach Einschätzung der Zentralbank dazu geeignet sind. Draghi verwies darauf, dass auch in der Vergangenheit wichtige Entscheidungen oft nicht einstimmig, sondern mit Mehrheit getroffen worden seien. Er sagte ausdrücklich, dass auch eine QE-Entscheidung mit Mehrheit kein Problem für ihn darstelle. Die politische Überzeugung einzelner Euro-Staaten liege nicht in der Kompetenz der EZB: “Wir sind keine Politiker.”

[…] Begründet wird die neue Macht der EZB mit dem umfassenden Scheitern der Wirtschaftspolitik der EU. Dazu hat die EZB auch gleich entsprechend negative Prognosen zur Hand: Das Inflationsziel von knapp zwei Prozent wird wohl auf Jahre hinaus deutlich verfehlt. 2015 soll die Teuerung bei 0,7 Prozent liegen und 2016 nur auf 1,3 Prozent steigen. Das immer billigere Öl drückt auf die Verbraucherpreise, die im November nur noch leicht um 0,3 Prozent stiegen. Manche Experten erwarten sogar, dass sie bald sinken werden. Auch die Wirtschaftsleistung soll laut EZB-Ökonomen nächstes Jahr nur um ein Prozent zulegen – zu wenig, um die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Euro-Ländern zu drücken.

Die Frage, warum denn die seit Jahren niedrigen Zinsen nicht zu einer Besserung der Lage geführt und weder etwas für die Inflation noch gegen die hohe Arbeitslosigkeit bewirkt habe, bleibt ungestellt.[…]
DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN vom 05.12.2014

EZB-Präsident Draghi will Inflation anheizen

EZB-Präsident Mario Draghi will die schwache Teuerung in der Euro-Zone mit allen Mitteln anheizen. „Wir werden tun, was wir tun müssen, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich zu erhöhen, wie es unser Auftrag verlangt“, sagte der Italiener auf einem Bankenkongress in Frankfurt.

Dafür sei die Europäische Zentralbank (EZB) unter seiner Führung bereit, bei Bedarf noch stärker als bislang an den Finanzmärkten zu intervenieren und über Wertpapierkäufe mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. „Und das ohne unnötige Verzögerung“, sagte Draghi.

Die EZB hat zuletzt mit dem massenhaften Aufkauf von Pfandbriefen und Kreditverbriefungen begonnen und pumpt in den kommenden zwei Jahren viele Milliarden in das Finanzsystem. Der Leitzins liegt bereits auf einem Rekordtief von 0,05 Prozent. Um noch mehr Geld in das Finanzsystem zu bringen, könnten die Notenbanker demnächst auch Unternehmens- und Staatsanleihen aufkaufen. Letzteres ist in Deutschland heftig umstritten. […]
 Süddeutsche.de vom 21,11.2014

Kalte Enteignung: 80 Prozent Kaufkraftverlust: Wie sich das Geld der Deutschen langsam auflöst

Die Deutschen werden durch die Politik der EZB kalt enteignet. Doch das ist alles erst der Anfang. Was auf Sparer und Verbraucher zukommt – und wie sich gegensteuern lässt. […]

Der oberste Währungshüter, Ex-Goldman-Sachs-Banker Mario Draghi, ehemaliger Präsident der italienischen Notenbank und heutiger Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hat einen solchen Plan – und der besteht darin, den Euro zu retten, „was immer dafür auch nötig ist“.

Dafür opfert er ohne jegliche Skrupel das Vermögen der Deutschen. Die Politiker, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, lassen ihn gewähren, ja, bestätigen ihn geradezu. Merkels Satz „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, den sie wie ein Mantra monatelang in der Öffentlichkeit verbreitete, ist bis heute nicht vergessen. […]

Die Folge: Das Vermögen zerrinnt zwischen den Fingern. Bislang kostete die Niedrigzinspolitik deutsche Sparer 23 Milliarden Euro, so der „Global Wealth Report“ der Allianz  – und jedes Jahr kommen 15 Milliarden dazu, hat Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund, ausgerechnet. „Damit könnte man Stuttgart 21 dreimal bauen“, spöttelt er. Sparer werden jetzt schon teilenteignet durch negative Realzinsen – und die „sind eine direkte Folge der Euro-Krise“, so Krämer.

[…] In den vergangenen vier Jahrzehnten verloren die D-Mark und anschließend der Euro „nur“ etwas mehr als 60 Prozent an Wert, ein Dollar ist hingegen heute lediglich 20 Cent wert. Das wahre Ausmaß des Kaufkraftverlusts dürfte indes noch viel größer sein, als es die offiziellen Statistiken suggerieren. Denn, so Uwe Bergold von GR Asset Management: „Die Notenbanken justieren die Statistiken.“

Damit soll verschleiert werden, dass die Inflation noch weit schlimmer an der Kaufkraft nagt als gedacht.
FOCUS vom 14.11.2014

US-Manager Verrückter Vorschlag: Deutsche Steuern sollen Italien retten

Jim O’Neill, früher Investment-Chef bei Goldman Sachs, hat einen Vorschlag zur Euro-Rettung, der wie ein schlechter Scherz klingt. Deutsche sollen ihre Sparsamkeit mit Extra-Steuern bezahlen, die direkt nach Italien und Spanien fließen. Ist der irre?

„Ich habe eine verrückte Idee“ – wenigstens ist Jim O’Neill in einem Beitag für den Brüsseler Think Tank Bruegel so ehrlich, seine folgenden Worte mit dieser Warnung einzuleiten. Der frühere Investment Chef der Großbank Goldman Sachs ist ein erfolgreicher Manager.

[…] Das Problem der Eurozone ist derzeit ihre Heterogenität. Während Deutschland als größte Volkswirtschaft einen strikten Sparkus fährt und damit trotz sinkender Prognosen immer noch am erfolgreichsten in Europa ist, ächzen die Nummern zwei und drei, Frankreich und Italien, unter vielen Schulden, schwacher Wirtschaft und hoher Arbeitslosigkeit.

[…] O’Neill geht davon aus, dass verschuldete Länder wie Frankreich, Italien oder Spanien mehr Handlungsspielraum brauchen, sprich, mehr Schulden machen müssen. Das ginge leichter, wenn die Inflation im Euro-Raum bei den von der Europäischen Zentralbank angepeilten zwei Prozent liege. Logisch, denn dann wird nicht nur das Geld der Bürger, sondern auch die Schulden der Staaten entwertet. Aktuell liegt die Inflation nur bei 0,4 Prozent.

[…] Nun würde es die Inflation der Eurozone stark anheben, wenn die Inflation im stärksten Wirtschaftsraum, also Deutschland, entsprechend stiege. Das tut sie aber nicht. So schlägt O’Neill vor, die Deutsche dafür zur Kasse zu bitten. Sie sollen eine Ausgleichssteuer für ihre niedrige Inflation zahlen – je niedriger die Teuerungsrate, desto höher die Steuer. Das Geld solle direkt in die Schuldenstaaten Südeuropas fließen. Zudem könnte Italien etwa auch deutsche Urlauber extra besteuern – Hauptsache, der Kapitalfluss von Deutschland nach Italien/Spanien/Frankreich läuft. […]
Finanzen 100 vom 06.11.2014

 

Hans-Werner Sinn: Die EZB mutiert zur Bad Bank

Mit den angekündigten Käufen von kreditbesicherten Wertpapieren übernimmt die EZB die Ausfallrisiken der Banken und überträgt sie auf die Steuerzahler. Damit überschreitet sie ihr geldpolitisches Mandat.

Gegen den Protest der Bundesbank greift die Europäische Zentralbank (EZB) den Banken Südeuropas ein weiteres Mal unter die Arme. Sie will ihnen einen Teil ihrer toxischen Kreditforderungen gegen den privaten Sektor abnehmen, um sie für die Bankenunion fit zu machen.

[…] Die EZB betritt mit der direkten Kreditvergabe an den Privatsektor ein wesentlich größeres Feld als jemals zuvor. Dass der EZB-Präsident ankündigt, er wolle die EZB-Bilanz schon im ersten Schritt um eine Billion Euro erhöhen, zeigt, wohin die Reise geht.

 

Viele private Kreditnehmer Südeuropas, allen voran Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft, stehen nach dem Platzen der Immobilienblase am Rande der Pleite. Mit ihnen tun es ihre Banken. Mit den ABS-Käufen werden die absehbaren Abschreibungsverluste der Banken sozialisiert – und es werden Risiken von vielen Hunderten von Milliarden Euro von den Gläubigern dieser Banken auf die Steuerzahler in der Euro-Zone übertragen. Die EZB mutiert, wie der Ex-Bundesbank-Präsident und jetzige UBS-Chef Axel Weber feststellt, zur Bad Bank.

Die EZB begründet ihre ABS-Käufe mit einer angeblichen Deflationsgefahr. Doch angesichts einer immer noch vorhandenen, wenn auch schwachen Inflation (die Kerninflationsrate liegt bei 0,9 Prozent), wirkt dieses Argument vorgeschoben. Im Übrigen ist die Deflation für Südeuropa keine Gefahr, sondern notwendige Voraussetzung für die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit. Es geht in Wahrheit um eine fiskalische Rettungsmaßnahme, die in den Bereich der Wirtschaftspolitik gehört und der EZB nicht zusteht. Abermals überschreitet die EZB ihr Mandat, das dem Vertrag von Maastricht zufolge auf die Geldpolitik beschränkt ist und wirtschaftspolitische Maßnahmen explizit untersagt. Eine Mandatsüberschreitung hatte das Bundesverfassungsgericht bereits wegen des OMT-Programms konstatiert.

Doch wiederum dürfte die Politik stillhalten und die Mandatsüberschreitung dulden und öffentlich verharmlosen. Wie schon beim OMT-Programm werden die Regierungen der Euro-Zone der EZB sogar dankbar sein, dass sie sich nicht mit ihren knausrigen Parlamenten herumschlagen müssen.

Das Problem ist nur, dass das Verfassungsgericht der Bundesregierung im Februar ausdrücklich verboten hat, Mandatsüberschreitungen tatenlos zuzusehen, geschweige denn sie zu billigen. Sie ist vielmehr verpflichtet, dagegen vorzugehen. Tut sie es nicht, kann sie jeder Bürger vor dem Verfassungsgericht dazu zwingen.
 Wirtschaftswoche vom 29.09.2014

EZB: Unheimliche Allianz mit den Hedgefonds

Es ist ein seltsames Bündnis: Hedgefonds, Europäische Zentralbank und einige Euro-Länder ziehen an einem Strang, um den Kurs des Euro zu drücken. Das könnte einen gefährlichen Abwärtsstrudel auslösen.

[…] Hedgefonds sind zwar mächtig – aber gegen eine Notenbank kommen sie dennoch nicht an. Und wenn diese entschlossen ist, den Euro zu verteidigen, egal, was dazu notwendig ist, dann verlieren sie. Wenn sie jedoch im Einklang mit der Notenbank handeln, dann können sie nicht nur auf Gewinne hoffen, dann sind sie sogar willkommene Helfer für die Zentralbanker.

Und genau dies ist derzeit der Fall, wie die jüngste Aussage von EZB-Ratsmitglied Christian Noyer zeigt. „Wir müssen den Euro weiter drücken“, sagte der Präsident der französischen Notenbank. Er sprach damit nur aus, was in seinem Heimatland ohnehin jeder Politiker mehr oder weniger indirekt fordert. Doch dass ein Geldpolitiker so unverblümt die Währung herunterredet, kommt selten vor.

Denn wenn EZB-Präsident Mario Draghi in den vergangenen Monaten auf den starken Euro angesprochen wurde, setzte der Italiener stets eine besonders korrekte Miene auf und begann einen rhetorischen Eiertanz. Eigentlich betreibe die EZB ja keine Wechselkurspolitik, dozierte er. Die teure Währung sei dennoch nicht egal, weil sie Importe ins Euroland billiger macht und dadurch die Inflationsrate drückt.

[…] Die Zinsen liegen schließlich bereits praktisch bei null. Und wenn die EZB nun beginnt, umstrittene Wertpapiere aufzukaufen, dann hat das nach Ansicht von Ökonomen vor allem ein Ziel: Das zusätzliche Geld, das die Zentralbank dadurch auf den Markt wirft, soll den Euro billiger machen.

Mit orthodoxer Geldpolitik hat das nicht mehr viel zu tun. „Es zeugt von einer verkehrten Welt in Europa, wenn die Zentralbank die eigene Währung herunterredet oder durch ihre Geldpolitik zu schwächen versucht“, kritisiert etwa der frühere EZB-Chefökonom Jürgen Stark.

[…] Obendrein ist die Schwächung der Währung riskant. Die seltsame Allianz aus Hedgefonds, Notenbanken und Politik könnte dazu führen, dass das Ziel eines deutlich schwächeren Euro Wirklichkeit wird. Doch dies könnte einen Teufelskreis auslösen, der zu immer tieferen Euro-Wechselkursen führt und der am Ende nur noch schwer zu durchbrechen ist. […]
DIE WELT vom 19.09.2014

EZB: Maßnahmen gegen Inflation summieren sich auf 800 Milliarden Euro

Die Maßnahmen der EZB im Kampf gegen die niedrige Inflation könnten ein Volumen von bis zu 800 Milliarden Euro erreichen. Von dieser Summe gehen die Zentralbanker nach SPIEGEL-Informationen aus. […]

Diese Summe umfasse alle geplanten Maßnahmen, heißt es nach SPIEGEL-Informationen unter Notenbankern – also Aufkaufprogramme für strukturierte Wertpapiere (ABS) und Pfandbriefe sowie Finanzspritzen für Banken. [….]

Der Aufkauf von ABS soll es Banken zudem erleichtern, neue Kredite zu vergeben. In ABS werden Kreditrisiken gebündelt. Doch die EZB will das Risiko dieser Papiere nicht vollständig übernehmen. Für riskantere Papiere sollen staatliche Institutionen Ausfallgarantien gewähren.[…]

Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang Einrichtungen wie die Europäische Investitionsbank oder die deutsche Staatsbank KfW. KfW-Chef Ulrich Schröder allerdings sieht die KfW „nicht in der Rolle als Garantiegeber für die risikoreichen Tranchen von europäischen ABS“. Die „höchsten Risiken“ jedes Landes müssten auch von den jeweiligen nationalen Institutionen aufgefangen werden. „Sonst ist das ein Schritt in Richtung Haftungsgemeinschaft“, sagt Schröder.
SPIEGEL ONLINE vom 07.09.2014

Lebensverlängerung für Todgeweihte: Finanzpolitische Atombombe: Draghis sinnloser Versuch, den Euro zu retten

Die Europäische Zentralbank will nun offenbar ihre letzte Waffe einsetzen: Mario Draghi deutet an, erstmals direkt marode Staatsanleihen zu kaufen. Das wäre eine finanzpolitische Atombombe – und ein Verstoß gegen alles, was der Bundesbank heilig ist.

[…] Auf einer Tagung der Welt-Notenbanker sagte er den verhängnisvollen Satz: Die Europäische Zentralbank (EZB) werde „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ versuchen, die Inflation in der Eurozone anzuheizen.

Das ist ungeheuerlich. Der Chef jener Zentralbank, deren einzige Aufgabe es ist, für stabile Preise zu sorgen, will aktiv den Wert des Geldes verringern. Noch stärker als ohnehin schon. Denn bereits vor zwei Jahren kündigte derselbe Draghi an, „alles Notwendige zu tun“, um den Euro zu retten.

Mit diesen markigen Ankündigungen bezweckt Mario Draghi stets eines: Er will künstlich das Leben vieler eigentlich dem Tod geweihter Euro-Mitglieder verlängern. Zuerst drückt er mit Wort und Tat die Zinsen so tief, dass sich hoffnungslose Fälle wie Italien und Griechenland weiterhin billig neu verschulden können. Und jetzt will er reformunfähigen Euro-Schwergewichte wie Frankreich davor bewahren, den Euro verlassen zu müssen.

[…] Man kann nur hoffen, dass die Bundesbank samt Präsident Jens Weidmann diesen Rechtsbruch verhindert. Und sollte das nicht gelingen: Niemand kann Deutschland zwingen, sich bis zum bitteren Ende an diesen Schwindel-Euro zu ketten. Was Geldexperten wissen, aber nur selten offen sagen: Es dauert nicht einmal sechs Monate, eine neue Währung einzuführen.
FOCUS Online vom 27.08.2014