Schlagwort-Archive: Islam

Anschlag in London: Doch, der Terror hat mit dem Islam zu tun! – WELT

Nach jedem Anschlag wird ein Strich gezogen zwischen verirrten Tätern und der islamischen Religion. Dabei gibt es Millionen von Sympathisanten. Sie bilden das Umfeld, in dem der Hass heranwächst.

[…] Zwischen der islamischen Religion und dem bestialischen Terror soll ein fein säuberlicher Strich gezogen werden. Der Glaube soll unbefleckt bleiben vom Blut der Terroristen, die weltweit in seinem Namen morden.

[…] Selbstverständlich ist nicht „der“ Islam schuld – es ist der politisch instrumentalisierte, reaktionäre, extrem radikalisierte Islam, der uns mehr und mehr bedroht. Ein neuartiger, ein islamischer Faschismus. Er ist ähnlich von Sinnen wie jenes radikalisiert-fanatische Christentum des Mittelalters, das Kreuzzüge, Folter und Hexenverbrennungen zu verantworten hat – im Namen und mit dem Segen der katholischen Kirche.

[…] Auch der islamistische Terror von heute hat sein ideologisches Umfeld, das zig Millionen Menschen umfasst. Erinnert sich noch jemand an die Massendemonstrationen von Hunderttausenden in Pakistan, Gaza und anderen Teilen der arabisch-muslimischen Welt nach Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“, auf denen allein durch den Furor der fanatisierten Massen Dutzende Menschen ums Leben kamen?

Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg hat völlig recht, wenn er fragt: Wo bleibt der Aufstand der Anständigen, hier und heute, der anständigen Muslime? Es geht nicht um ein paar Verbandsvertreter am Brandenburger Tor, sondern, bitte schön und wenn es sich denn einrichten ließe, um Tausende auf den Straßen Kreuzbergs und Neuköllns.

[…] Könnte es sein, dass ein Großteil dieser Zivilgesellschaft, aus Feigheit oder politischer Korrektheit, auf dem muslimischen Auge blind ist? Es ist Zeit, die Augen aufzumachen.

Islamkritikerin Sabatina James: Wenn Islam nichts mit Gewalt zu tun hat, hat Mohammed nichts mit Islam zu tun

Mit 17 Jahren wird Sabatina James zwangsverheiratet. Als sie flieht, verurteilt ihre Familie zum Tod.

[…] Zusammen mit der Holländerin Ayaan Hirsi Ali und die Hamburgerin Necla Kelek gehört sie zu den bekanntesten Kritikern der Religion.

[…] Mohammed hat Gewalt gelehrt und praktiziert, hat zu Steinigungen von Ehebrecherinnen aufgerufen, zum Töten von Apostaten, hat sich ein kleines Mädchen zur Frau genommen. In dem Sinne kann Mohammed kein Vorbild sein. Und mit ihm auch der Koran nicht. Die Taten Mohammeds begründen den Dschihad und dieser ist einer der wichtigsten Grundpfeiler des Islams.

[…] Es gibt natürlich viele aufgeklärte Muslime, die nur einen Teil des Islams leben. Doch andere folgen allen Lehren Mohammeds, auch den gewaltvollen. Die Islamische Staatengemeinschaft ( OIC) lehrt Gewalt heute noch. Und zwar mittels ihrer islamischen Menschenrechtserklärung. Sie besagt, dass Frauen nicht gleichberechtigt sein dürfen. Dass Menschen, die nicht dem islamischen Glauben angehören, keine Menschen im rechtlich vollwertigen Sinne sind. Dieses Weltbild wird aus den islamischen Quellen abgeleitet und begründet.

[…] Im Koran steht: „Wenn Ihr auf Ungläubige trefft, dann tötet sie.“ Natürlich kann man den Koran unterschiedlich interpretieren, aber die Tatsache, dass dort solche Aufforderungen stehen, kann man nicht leugnen. Wir brauchen ganz dringend eine kritische Auseinandersetzung mit den Gewaltlehren Mohammeds. Wenn man aber sagt ‚diese kritischen Stellen gibt es nicht, oder man hat sie falsch verstanden‘, wenn man also versucht, die gewaltsamen Stellen unter den Teppich zu kehren, hat man die kritische Auseinandersetzung nicht gefördert, sondern verhindert.

[…] Es existiert eine Paralleljustiz in Deutschland, die bereits die Gesetze der Scharia mitten in Europa anwendet. Wir nehmen im Moment eine unbekannte Zahl an gewaltbereiten Islamisten in Deutschland auf, die in diese islamischen Parallelgesellschaften einströmen werden. Im Moment müssen viele Opfer des Islamischen Staates entsetzt feststellen, dass das, wovor sie geflüchtet sind, ihnen nach Deutschland nachkommt.

[…] Die Scharia innerhalb Europas zu dulden, ist falsche Toleranz. Die Täter, die die Gewalt der Scharia hier praktizieren, nicht auszuweisen, ist falsche Toleranz. Es sollte uns nichts davon abhalten, islamistische Gewalttäter wieder in die islamistischen Länder zurückzuschicken, im Interesse der Opfer. Sie haben sich ja mit ihren Taten gegen die Demokratie und gegen unsere Werte entschieden. Zumal die islamistischen Länder vielmehr ihrem Weltbild entsprechen.

[…] Wie müssen ganz klar die Botschaft vermitteln: Wer nach Deutschland kommen möchte, muss die Menschenrechte achten. Wenn das nicht geschieht, sollen die Täter wieder ausgewiesen werden. Ja, die demokratischen Muslime gehören zu Deutschland, aber nicht der gewalttätige Islamismus.

[…] Ich bin als Frau nach Europa gekommen, um hier meine Menschenrechte wahrnehmen zu können. Aber ich musste feststellen, dass es hier auch nicht mehr geht. Ich kann mich wie viele andere Islamkritiker nicht mehr frei bewegen in Deutschland. Und damit ist die Meinungsfreiheit faktisch nicht mehr existent.
STERN.de

Voß warnt vor Salafisten an Koranständen

In Hamburg hat sich die Zahl der radikalen Salafisten seit dem vergangenen Jahr von 70 auf 270 fast vervierfacht. Zudem seien immer mehr Mädchen und junge Frauen bereit, nach Syrien zu gehen, um die IS-Miliz zu unterstützen, erklärte Hamburgs Verfassungsschutzchef Torsten Voß im Gespräch mit NDR 90,3.

[…] Angeworben würden neue Salafisten entweder über Kontakte im Internet oder durch Koranstände. Die Zahl dieser Stände sei ebenfalls sprunghaft gestiegen auf 200 in den vergangenen beiden Jahren, so Voß. „Fast täglich gibt es Koranstände in der Hamburger Innenstadt und die sind mir persönlich ein absoluter Dorn im Auge.“ Die Religion werde dort missbraucht. „Mit der linken Hand wird der Koran gegeben und mit der rechten Hand für Salafismus geworben“, so Voß. Das Problem sei, dass sich diese Stände ganz streng an die ordnungspolitischen und wegerechtlichen Vorgaben halten. Der Verfassungsschutz könne die Bevölkerung nur warnen, dass hinter diesen Ständen Salafisten stehen.

Insgesamt sei die Gefahr näher gekommen, denn Deutschland sei als Anschlagsziel aus Syrien und dem Irak genannt worden.
NDR.de fon 30.07.2015

Wir befinden uns im Weltkrieg gegen den Terror

Überall auf der Welt erhebt der Terrorismus sein Haupt. Der Westen kann noch so viel Geheimdienste, Überwachungsagenturen und Soldaten gegen ihn einsetzen. Ihn besiegen können nur die Muslime selbst.

[…] Die Front verläuft überall, wo selbst ernannte Gotteskrieger ihre weniger fanatischen Glaubensbrüder und „Ungläubige“ aller Herren Länder und Religionen massakrieren. Der Rest der Welt reagiert vor allem – hilflos. Wie will man auch mit Hochtechnologie, modernster Waffentechnik oder gar Abhörmaßnahmen (unter anderem gegen die Staatschefs verbündeter Länder) gegen diese Mischung aus brutalstem Mittelalter und digitalem Neuland vorgehen.

West und Ost leisten sich einen neuen Kalten Krieg um einen gescheiterten Staat namens Ukraine – und haben in Wirklichkeit ein viel schwierigeres Problem mit einem gemeinsamen Feind, der allen Errungenschaften von Zivilisation und Aufklärung vor laufenden Smartphones den Kopf abschneidet.

Man diskutiert über die Rettung von Flüchtlingen und glaubt, dass ein Asylparagraf im Grundgesetz die neue Völkerwanderung regeln kann. Man unterscheidet feinsinnig zwischen friedfertigem Islam und gewalttätigem Islamismus und verkennt, dass zwei Dinge zugleich passieren, dass nämlich Muslime doppelt involviert sind, als die ersten und meisten Opfer der Dschihadisten, und dass diese sich zugleich aus der friedlichen muslimischen Szene rekrutieren. […]
DIE WELT vom 28.06.2015

Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali in Berlin: Lob der Dissidenz

Früher hielt sie den Islam für nicht reformierbar. Seither hat der fundamentalistische Terror gar zugenommen. Doch wurde Ayaan Hirsi Ali nicht radikaler. Sie will Reform und Dialog – ohne Appeasement.

[…] Ayaan Hirsi Ali trug vor, wofür und wogegen sie steht: für das Recht auf unverblümt freie Rede («the right to offend»). Für Standhaftigkeit gegen alle Einschüchterungsversuche. Gegen ein Leben unter der Scharia. Gegen den Jihad. Gegen eine islamische Orthodoxie, die Menschen ein Richtig und Falsch vorschreiben will. Gegen mörderische Schwulenhatz. Gegen die Herabsetzung der Frauen, die Vergewaltigung und Versklavung einschliesst. Gegen Kindsbräute. Gegen den Antisemitismus, den Jihadisten befeuern.

[…] Wichtig waren die Unterscheidungen, die sie traf. Ali, von Kritikern oft als «islamophob» verschrien, stellte klar, dass sie nicht gegen die Religion sei, sondern gegen die «political dimension of Islam». Darin ist sie radikal, denn sie kritisiert auch die Kernschriften des Islam, den Koran und die Hadithen, sofern diese Gewalt oder Bevormundung predigen. Kanzlerin Merkel warf sie vor, dass auch diese sich Christian Wulffs Aussage «Der Islam gehört zu Deutschland» zu eigen gemacht habe. Der Satz unterscheide nicht zwischen Menschen und gefährlichen Ideen. Muslime gehörten zu Deutschland, ein unreformierter Islam aber passe in keine freiheitliche Gesellschaft.

[…] Statt emphatisch das Leben nach dem Tode zu betonen, müsse das Leben davor gefeiert werden. Das Konzept heiliger Kriege müsse gestrichen werden, ebenso das Diktat falscher und richtiger Lebensweise. Und der Westen stehe in der Pflicht, liberale Werte ohne Appeasement zu verteidigen. […]
NZZ.ch vom 24.04.2015

„Salafisten wollen Staat in Deutschland errichten“

Die Islamistenszene in Deutschland wächst weiter. Bei der Bekanntgabe der jüngsten Zahlen sagte Verfassungsschutzpräsident Maaßen, er befürchte, dass radikale Islamisten auch in Deutschland einen eigenen Staat errichten wollen.

[…] Die Hochburgen des radikalen Islamismus lägen nach wie vor in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hessen, sagte der BfV-Präsident weiter.

[…] Rund 680 Islamisten seien von Deutschland nach Syrien oder in den Irak ausgereist, teilte das BfV mit. Jeder dritte von ihnen sei inzwischen wieder zurückgekehrt. Von 50 Personen wissen die Verfassungsschützer, dass sie Kampferfahrungen gesammelt haben. 85 der ausgereisten Salafisten seien in Syrien oder im Irak ums Leben gekommen. „Der Ausreisestrom in die Kampfgebiete hält unvermindert an“, sagte Maaßen. […]
FAZ vom 22.04.2015

What’s right?: Wer weint um die Christen?

Im Mittelmeer sollen christliche Bootsflüchtlinge von Muslimen ins Meer geworfen worden sein. Europa ist schockiert. Doch das Drama brutaler Christenverfolgung ist gigantisch – das wird aber gerne übersehen.

[…] Leider ist der erschütternde Vorgang kein Einzelfall. Vor kurzem hat die Polizei in Spanien zwei Schleuser wegen des Verdachts auf mehrfachen Totschlag festgenommen. Die beiden Männer aus Kamerun sollen während eines Sturms in der Straße von Gibraltar alle christlichen Flüchtlinge von Bord geworfen haben – angeblich aus Angst, dass diese Unglück bringen könnten.

Diese Untaten erschüttern das europäische Publikum, dabei müsste man wissen, dass die millionenfache Christenverfolgung mit systematischen Morden nicht die Ausnahme, sondern eine furchtbare Regel der vergangenen Jahre geworden ist. Die Berichte von Journalisten und Menschenrechtsgruppen sind alarmierend: Christenverfolgungen im islamischen Raum, aber auch in Asien, nehmen dramatisch zu. Immer rücksichtsloser werden Christen drangsaliert, enteignet, gefoltert, umgebracht.

[…] Erschütternd ist das schiere Ausmaß der Christenverfolgungen. 50.000 bis 100.000 Christen werden angeblich jedes Jahr wegen ihres Glaubens getötet. Letztere Zahl nannte der Ständige Vertreter des Vatikans beim Büro der Vereinten Nationen, Silvano Maria Tomasi, vor einer Uno-Sitzung in Genf. Andere Studien geben noch höhere Zahlen an.

[…] Auch die Konrad-Adenauer-Stiftung hat in einer soeben veröffentlichten Studie festgestellt: In 102 von 198 untersuchten Ländern werden Christen bedrängt oder verfolgt. Der Schrei der Gequälten reicht inzwischen über den halben Erdball. Millionen von Christen leben in akuter Angst. Doch kümmert sich irgendwer darum? Wo bleibt das internationale Hilfsprogramm?

[…] Wo ist das Mitleid hin? Wo kämpft die Frauenbewegung gegen Massenvergewaltigungen, gegen die systematische Entmündigung von Frauen im arabischen Raum, gegen die Geschlechter-Apartheid unserer Zeit? Die Medien tun sich schwer, auch nur die erschreckenden Fakten zu berichten, weil sie fürchten, die ohnedies wachsenden anti-islamischen Ressentiments zu verstärken. Das himmelschreiende Leid der Christen wird daher weithin verschwiegen.

Die Strategie des Wegschauens wird uns freilich einholen, weil sie die moralische Integrität des Westens untergräbt: Eine mitfühlende Kultur würde hinschauen, trauern, helfen. Eine stolze Kultur würde protestieren und Widerstand leisten. Jede starke Kultur würde eingreifen und schützen. Europa schaltet hingegen auf den Passivmodus. Zigtausende getöteter Christen pro Jahr sind Völkermord, historisches Unrecht, ein globaler Skandal der Gegenwart. Und ein Angriff auf die gemeinsame Humanität aller Religionen.
Handelsblatt vom 17.04.2015

Kopftuchurteil: Ex-Verfassungsrichter geißelt Karlsruhe

Der frühere Verfassungsgerichtspräsident Papier sieht im Kopftuchurteil aus Karlsruhe eine „Ursache von Problemen“. Die Entscheidung werde zu höchst unerfreulichen Streitigkeiten führen.

[…] Papiers Kritik an der Entscheidung fällt deutlich aus. „Der vom Bundesverfassungsgericht aufgezeigte Weg erscheint mir alles in allem nicht als Lösung des Problems, sondern als denkbare Ursache von Problemen“, sagte der ehemals höchste Richter der Republik der „Welt am Sonntag“. Karlsruhe habe nicht hinreichend berücksichtigt, dass „die Lehrkraft sich hier auf die Religionsfreiheit bei der Ausübung einer öffentlichen Amtstätigkeit beruft“. Sie nehme den Erziehungsauftrag des Staates wahr, der verfassungsrechtlich zur Neutralität, aber auch zur Gleichstellung von Männern und Frauen verpflichtet sei.

Bei einem staatlichen Amtsträger seien die Grenzen der Glaubens- und Bekenntnisfreiheit in jedem Fall enger zu ziehen als bei einer Privatperson. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, bemängelt der frühere Gerichtspräsident, leide an einer „problematischen Beurteilung und Gewichtung des Grundrechtsschutzes der Lehrkraft in Ausübung eines öffentlichen Amtes“.

Die neuen Vorgaben der Richter könnten sogar als „Anregung zur Schaffung von konkreten Gefährdungs- und Störungsszenarien“ wirken, sagt Papier voraus. Das Urteil werde zu höchst unerfreulichen, auch gerichtlichen Streitigkeiten führen. Diese würden vermutlich auf dem Rücken derjenigen ausgetragen, zu deren Schutz die Aufhebung des generellen Kopftuchverbots gedacht gewesen sei.

Papier geht in seiner Argumentation noch einen Schritt weiter: Wenn die Verfassung einer muslimischen Lehrerin das Tragen eines Kopftuchs in der Schule gewährleiste, wie das Gericht nun meine, dürfe dieses Grundrecht auch bei konkreter Gefährdung des Schulfriedens nicht zurückstehen. Vielmehr wäre es vom Staat gegen Störungen und Störungsversuche durchzusetzen. „Im Allgemeinen hat der Staat immer gegen die Störer und nicht gegen diejenigen vorzugehen, die legitimerweise von ihren Grundrechten Gebrauch machen“, erinnert der einstige Verfassungsrichter. […]
DIE WELT vom 29.03.2015

Nasser-Prozess in Berlin: Geldstrafen für Vater und Onkel

Weil Vater und zwei Onkel vor Gericht fehlten, erließ die Amtsrichterin Strafbefehle über jeweils 1350 Euro. Sie sollen den heute 18-jährigen Nasser wegen seiner Homosexualität misshandelt und entführt haben.

[…] Zwei Monate zuvor hatte sich der in Berlin geborene Sohn einer libanesischen Familie als schwul geoutet. Die Verwandten sollen mit Quälereien und einer geplanten Zwangsheirat im Libanon reagiert haben. Nasser hat sein Schicksal kürzlich öffentlich gemacht.

Nun der Prozess. Nur ein Ausschnitt dessen, was Nasser durchgemacht haben soll, kam zur Anklage: Freiheitsberaubung und Entziehung Minderjähriger.

[…] In einer Pressekonferenz hatte er schwere Vorwürfe gegen die Familie erhoben. Nachdem er sich im Oktober 2012 als 15-Jähriger zu seiner Homosexualität bekannte, habe für ihn eine Qual begonnen. Ein Onkel habe ihn mit Benzin übergossen, die Eltern hätten ihn ausgepeitscht und mit kochendem Wasser verbrüht. Dann sei ihm erklärt worden, im Libanon warte ein schönes Mädchen auf ihn, mit dem er bereits verlobt sei.

Der Junge floh und suchte Schutz beim Jugendamt. Nasser stand bereits unter Pflegschaft des Amtes, als er am 10. Dezember 2012 von der Mutter nach Hause gelockt wurde. Er trank etwas und kam in einem Auto zu sich. Weil ihn Sozialarbeiter vermissten, lief eine Fahndung an. Der Wagen wurde zwei Tage später an der rumänisch-bulgarischen Grenze gestoppt. […]
Tagesspiegel vom 13.03.2015

„Beleidigung religiöser Werte“: Türkei sperrt Internetseite von Atheistenverband

Ein Gericht in der Türkei hat den Zugang zur Internetseite des ersten Atheisten-Verbandes des Landes wegen einer angeblichen „Beleidigung religiöser Werte“ sperren lassen. Die Website des Verbandes könne zu einer „Störung der öffentlichen Ordnung“ beitragen, argumentierte das Gericht in der Hauptstadt Ankara, wie die Atheisten-Gruppe am Mittwoch mitteilte. Der Verband nannte die Entscheidung „undemokratisch und illegal“.

Der Verband war erst im vergangenen Jahr gegründet worden. Er kümmert sich unter anderem um rechtlichen Beistand für Atheisten, die sich diskriminiert fühlen. Die vorwiegend muslimische Türkei ist von der Verfassung her ein säkulärer Staat, doch werfen Kritiker der islamisch-konservativen Regierung in Ankara vor, das Land nach ihren religiösen Vorstellungen umformen zu wollen.Der heutige Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte einen Vergleich zwischen Atheisten und Terroristen gezogen. Türkische Gerichte haben bereits mehrmals Strafen wegen angeblicher Beleidigung des Islam verhängt. […]
Tagesspiegel vom 04.03.2015